Wenn es über längere Zeit warm und trocken bleibt, steigt der Wasserbedarf in Gärten, auf Balkonen und in öffentlichen Grünanlagen. Gleichzeitig nimmt die Belastung für Böden, Pflanzen und Grundwasser zu. Für den Landkreis Wittenberg ist das kein außergewöhnliches Phänomen: Die Region zählt seit Langem zu den niederschlagsärmsten Gebieten Sachsen-Anhalts.
Die vergleichsweise geringen Niederschläge hängen unter anderem mit der Lage im Regenschatten des Harzes zusammen. Längere Hitze- und Trockenphasen verstärken die Auswirkungen zusätzlich. Böden verlieren schneller Feuchtigkeit, Pflanzen geraten unter Stress und die Grundwasservorräte erholen sich vielerorts nur langsam.
In mehreren Bereichen des Landkreises liegen die Grundwasserstände unter dem langjährigen Mittel. Teilweise wird der mengenmäßige Zustand der Grundwasserkörper bereits als schlecht bewertet. In besonders belasteten Einzugsgebieten können deshalb keine neuen Wasserrechte mehr erteilt werden.
Der tatsächliche Bedarf sollte entscheiden
Ein generelles Verbot der Wasserentnahme besteht derzeit nicht. Dennoch lohnt es sich, vor dem Gießen genauer hinzusehen: Welche Pflanzen benötigen tatsächlich Wasser? Welche Flächen kommen auch einige Tage ohne zusätzliche Bewässerung aus? Und zu welcher Tageszeit erreicht das Wasser die Pflanzen am besten?
Gerade bei hohen Temperaturen geht ein erheblicher Teil des Wassers durch Verdunstung verloren. Wer zur Mittagszeit großflächig bewässert, setzt deshalb oft viel Wasser ein, ohne dass es vollständig im Boden ankommt. Deutlich wirksamer ist es, am frühen Morgen oder in den Abendstunden zu gießen und das Wasser gezielt in den Wurzelbereich zu bringen.
Auch nicht jede trockene Rasenfläche muss sofort bewässert werden. Verfärbte Halme sind in längeren Trockenperioden zunächst eine natürliche Reaktion. Nach ausreichendem Niederschlag können sich viele Rasenflächen wieder erholen.
Mit einfachen Maßnahmen mehr erreichen
Viele Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Wittenberg nutzen bereits Regenwasser, bewässern gezielt und passen ihre Gärten zunehmend an trockene Sommer an. Dafür gibt es verschiedene einfache Möglichkeiten:
- Regenwasser in Tonnen oder Zisternen sammeln,
- Pflanzen möglichst morgens oder abends gießen,
- Wasser direkt an die Wurzeln geben,
- offene Bodenflächen mit Mulch abdecken,
- trockenheitsverträgliche Pflanzen wählen,
- Rasenflächen nicht häufiger bewässern als notwendig,
- befestigte Flächen nicht mit Wasser kühlen.
Besonders junge Bäume, Neuanpflanzungen, Gemüsebeete und Kübelpflanzen können in trockenen Zeiten zusätzliche Bewässerung benötigen. Entscheidend ist deshalb nicht ein pauschaler Verzicht, sondern ein möglichst gezielter Einsatz.
Verantwortungsvoller Umgang bleibt wichtig
Wasser darf grundsätzlich nur im erforderlichen Umfang genutzt werden. Das Wasserhaushaltsrecht verpflichtet zu einem sparsamen und ordnungsgemäßen Umgang mit der Ressource. Im Alltag bedeutet das vor allem, unnötige Verluste zu vermeiden und Wasser nicht dort einzusetzen, wo es keinen erkennbaren Nutzen hat.
Der Landkreis Wittenberg setzt weiterhin auf einen verantwortungsvollen Umgang durch Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Kommunen. Viele kleine Entscheidungen können dabei in der Summe einen spürbaren Unterschied machen.
Hinweise an die Untere Wasserbehörde
Wer eine erhebliche oder anhaltende Wasserverschwendung beobachtet, kann sich an die Untere Wasserbehörde des Landkreises Wittenberg wenden. Die Kolleginnen und Kollegen prüfen die konkrete Situation und klären, ob Handlungsbedarf besteht.
Telefon: 03491 806-2920
E-Mail: umweltamt@landkreis-wittenberg.de
Mehr zum Thema im Podcast
Weitere Informationen zur Wassersituation im Landkreis Wittenberg, zu den rechtlichen Grundlagen und zu praktischen Möglichkeiten des Wassersparens gibt es in der Podcastfolge: „Wasser marsch? Nein – Wasser sparen!“