Große Freude an der Förderschule „An der Lindenallee“ in Gräfenhainichen: Die ehemaligen Klassen 5a und 5b haben beim Klassenwettbewerb zum Zukunftstag 2026 den 2. Platz erreicht. Am 2. Oktober wurde der mit 300 Euro dotierte Preis nun offiziell in der Schule überreicht.
Bei der Preisverleihung würdigten unter anderem Sachsen-Anhalts Bildungsminister Jan Riedel, die Geschäftsführerin der IHK Halle-Dessau, Dr. Simone Danek, Landrat Christian Tylsch, Gräfenhainichens Bürgermeister Enrico Schilling und Schulleiterin Katja Dorber die Leistung der Schülerinnen und Schüler.
Ausgezeichnet wurde das gemeinsame Projekt „Wir können alles werden!“.
Berufe kennenlernen – Rollenbilder hinterfragen
Am Zukunftstag am 23. April 2026 hatten sich die beiden damaligen 5. Klassen intensiv mit unterschiedlichen Berufsbildern beschäftigt. Dabei ging es nicht nur darum, verschiedene Tätigkeiten kennenzulernen. Die Schülerinnen und Schüler gingen auch der Frage nach, warum manche Berufe noch immer eher als „typisch männlich“ oder „typisch weiblich“ wahrgenommen werden.
Dazu beschäftigten sie sich unter anderem mit Berufen in Feuerwehr, Pflege, Landwirtschaft, Bundeswehr, Bau, Verkauf, Friseurhandwerk, Küche und Bäckerei.
In kleinen Gruppen informierten sich die Schülerinnen und Schüler über die jeweiligen Tätigkeiten und tauschten ihre Vorstellungen aus. Mit passenden Requisiten schlüpften sie anschließend selbst in verschiedene Berufsrollen. Bei einem Fotoshooting entstanden Aufnahmen, aus denen gemeinsam eigene Plakate gestaltet wurden.
Die Botschaft des Projekts war klar: Interessen und Fähigkeiten sollten darüber entscheiden, welchen beruflichen Weg jemand einschlägt – nicht überkommene Rollenbilder.
Das fassten die Schülerinnen und Schüler in ihrem Zukunftsversprechen zusammen: „Jeder kann alles werden, was er möchte!“
Früh neugierig auf Berufe machen
Das Projekt verband Berufsorientierung mit kreativem und gemeinschaftlichem Arbeiten. Gleichzeitig wurden die Schülerinnen und Schüler ermutigt, sich mit den eigenen Interessen, Stärken und Zukunftswünschen auseinanderzusetzen.
Entscheidend ist nicht, ob ein Beruf vermeintlich besser zu Jungen oder Mädchen passt. Viel wichtiger sind Fragen wie: Was interessiert mich? Was kann ich gut? Was möchte ich lernen? Und was traue ich mir zu?
Wettbewerb zum Zukunftstag
Der Klassenwettbewerb wird von den Industrie- und Handelskammern Halle-Dessau und Magdeburg in Kooperation mit dem Ministerium für Bildung des Landes Sachsen-Anhalt veranstaltet. Er begleitet den Girls’Day-Mädchen-Zukunftstag und den Boys’Day-Jungen-Zukunftstag.
Die teilnehmenden Klassen setzen sich mit Berufen jenseits klassischer Rollenbilder auseinander und bereiten ihre Erfahrungen kreativ auf. Eine Jury aus Vertreterinnen und Vertretern der beiden Industrie- und Handelskammern sowie des Bildungsministeriums wählt die drei besten Beiträge aus.
Der 1. Preis ist mit 450 Euro, der 2. Preis mit 300 Euro und der 3. Preis mit 250 Euro dotiert.
Für die Schülerinnen und Schüler aus Gräfenhainichen hat sich die Beschäftigung mit der eigenen beruflichen Zukunft damit gleich doppelt gelohnt: Sie haben neue Perspektiven kennengelernt – und mit ihrer Arbeit die Jury überzeugt.