Europäischer Tag des Notrufs 112: Am 11. Februar (11.2.) steht europaweit eine Nummer im Mittelpunkt, die im Ernstfall Leben retten kann: die 112. Der Europäische Tag des Notrufs macht darauf aufmerksam, wie wichtig ein funktionierender Notruf ist – und wie entscheidend das richtige Verhalten der Anrufenden sein kann.
Bleiben Sie auch in Krisensituationen zuverlässig informiert – direkt aufs Handy.
👉 Zum WhatsApp-Kanal
Auch in der Integrierten Leitstelle des Landkreises Wittenberg ist die 112 rund um die Uhr besetzt. Im Jahr 2025 gingen hier insgesamt 38.455 Anrufe ein. Der häufigste Grund für einen Notruf waren Rettungsdiensteinsätze, insbesondere bei akuten Kreislaufproblemen. Für die Disponentinnen und Disponenten gilt dabei immer: schnell einschätzen, richtig priorisieren und die passenden Einsatzkräfte auf den Weg bringen.
Keine kuriosen Einsätze – aber viele Fehlalarme
Besonders außergewöhnliche oder kuriose Notrufe gab es im vergangenen Jahr nicht. Dafür beschäftigen die Leitstelle zunehmend Fehlalarme, die unbeabsichtigt ausgelöst werden. Dazu zählen vor allem sogenannte Hosentaschenanrufe sowie automatische Notrufe durch Smartphones, Smartwatches oder andere technische Systeme.
Ein Blick auf den Juli 2025 zeigt die Dimension: In diesem Monat wurden 245 automatische Notrufe ohne tatsächlichen Notfall registriert. Hinzu kamen 10 sogenannte eCall-Notrufe aus Fahrzeugen. In vier Fällen rückte vorsorglich die Feuerwehr aus, weil keine Sprachverbindung hergestellt werden konnte und deshalb von einem möglichen Unfall ausgegangen werden musste.
eCall: Große Hilfe im Ernstfall – sensibel bei Fehlalösungen
Automatische Notrufsysteme wie eCall sind grundsätzlich eine wichtige Unterstützung. Sie übermitteln im Notfall unter anderem Standort- und Fahrzeugdaten und können helfen, Verletzte schneller zu finden – etwa nach schweren Verkehrsunfällen. Lässt sich jedoch keine Person erreichen, müssen die Disponentinnen und Disponenten vom schlimmsten Fall ausgehen und entsprechend Einsatzkräfte entsenden.
Was Bürgerinnen und Bürger tun können, um falsche Notrufe zu verringern
Um unnötige Einsätze zu vermeiden und gleichzeitig die Einsatzbereitschaft für echte Notfälle zu sichern, bittet die Leitstelle um Mithilfe:
Wenn ein automatisches System versehentlich einen Notruf auslöst, sollte nicht einfach aufgelegt werden. Bleiben Sie in der Leitung und teilen Sie der Leitstelle kurz mit, dass kein Notfall vorliegt. Diese Rückmeldung genügt oft, um einen Einsatz zu verhindern.
Darüber hinaus hilft es, sich mit den eigenen Geräten vertraut zu machen: Tastensperren am Smartphone nutzen, Notruf-Funktionen an Smartwatches bewusst einstellen und Warnsignale von Rauchmeldern richtig einordnen.
112 – eine Nummer, auf die Verlass sein muss
Der Europäische Tag des Notrufs erinnert daran, dass die 112 jederzeit erreichbar ist – und dass hinter jedem Anruf Menschen sitzen, die Verantwortung tragen und in Sekunden Entscheidungen treffen müssen. Je klarer und bewusster Notrufe abgesetzt werden, desto besser kann Hilfe dort ankommen, wo sie wirklich gebraucht wird.