Neuer DRK-Standort in Oranienbaum offiziell eröffnet

Der Landrat spricht vor Anwesenden an Stehtischen.
© Alexander Baumbach

Das Deutsche Rote Kreuz hat am Freitag, 2. Oktober 2026, seinen neuen Standort am historischen Markt in Oranienbaum offiziell eröffnet. In dem umfassend sanierten ehemaligen Postgebäude am Markt 6 befinden sich nun die Rettungswache Oranienbaum sowie eine feste Anlaufstelle für das Team Oranienbaum/Wörlitz der Sozialstation Gräfenhainichen. An der Eröffnung nahm auch Landrat Christian Tylsch teil.

Rund 750.000 Euro in historischen Standort investiert

Das Gebäude wurde um ca. 1917 errichtet und befindet sich innerhalb eines Flächendenkmals. Die Sanierung war deshalb mit besonderen Anforderungen verbunden. Insgesamt investierte die DRK Wittenberg gemeinnützige Pflege GmbH als Eigentümerin rund 750.000 Euro in das Gebäude.

Die Bauarbeiten liefen von Oktober 2025 bis August 2026. Zu den Maßnahmen gehörten unter anderem die vollständige Sanierung des Daches einschließlich Dachstuhl, die Rekonstruktion der Holzfenster nach heutigen technischen Anforderungen sowie die denkmalgerechte Gestaltung von Fassade und Sockel.

Auch Eingangstüren und Hoftor wurden entsprechend den Vorgaben des Denkmalschutzes erneuert. Während der Bauarbeiten traten zudem zuvor nicht erkennbare Mängel auf, die zusätzlich beseitigt werden mussten.

Die Planungen für die neue Nutzung hatten bereits im Frühjahr 2024 begonnen. Im September 2025 wurde die Baugenehmigung erteilt. Die Rettungswache konnte im August 2026 in die neuen Räume einziehen.

Moderne Bedingungen für die Rettungswache

Die bisherige Rettungswache war in einem angemieteten Gebäude untergebracht und entsprach nicht mehr den heutigen Anforderungen. Der neue Standort am Markt bietet unter anderem eine zentralere Lage und bessere Ausfahrtmöglichkeiten für das Rettungsfahrzeug.

Für die Rettungswache stehen rund 150 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung. Insgesamt arbeiten dort neun Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Die Bedeutung des Standortes zeigt sich auch an den Einsatzzahlen. Der in Oranienbaum stationierte Rettungstransportwagen absolvierte im Jahr 2025 insgesamt 1.158 Einsätze.

Davon entfielen 739 Einsätze auf den eigenen Rettungswachenbereich. Weitere 419 Einsätze führten das Fahrzeug in andere Rettungswachenbereiche. Dazu gehörten insbesondere Situationen, in denen mehrere Einsätze gleichzeitig zu bewältigen waren und Rettungsmittel benachbarter Standorte zur Unterstützung eingesetzt wurden.

Die Rettungswache Oranienbaum ist damit ein wichtiger Bestandteil der flächendeckenden rettungsdienstlichen Versorgung im Landkreis Wittenberg.

Feste Anlaufstelle für das Pflegeteam

Neben der Rettungswache nutzt auch das Team Oranienbaum/Wörlitz der Sozialstation Gräfenhainichen Räume im Gebäude.

Der Verwaltungssitz der Sozialstation bleibt weiterhin in Gräfenhainichen. In Oranienbaum hat das örtliche Team nun jedoch eine feste Anlaufstelle für Pausen, Dokumentationsaufgaben sowie die Vor- und Nachbereitung der täglichen Einsatztouren.

Für den Pflege- und Betreuungsbereich stehen rund 90 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung. Vor Ort arbeiten 17 Pflegekräfte im ambulanten Pflegedienst sowie vier Betreuungskräfte.

Das Team betreut aktuell rund 150 Klientinnen und Klienten in Oranienbaum, Wörlitz, Griesen, Goltewitz, Kakau, Horstdorf, Riesigk, Gohrau, Rehsen, Brandhorst, Schleesen und Selbitz.

Zum Leistungsangebot gehören unter anderem Behandlungspflege in Zusammenarbeit mit Haus- und Fachärzten, Grund- und Körperpflege, Hauswirtschaftshilfe und Einkaufsservice.

Darüber hinaus treffen sich am neuen Standort aktuell fünf Betreuungsgruppen der Sozialstation.

Historisches Gebäude mit neuer Aufgabe

Mit der Sanierung erhält das ehemalige Postgebäude am Oranienbaumer Markt eine neue langfristige Nutzung. Gleichzeitig werden an einem Standort zwei wichtige Bereiche der Versorgung zusammengeführt: der Rettungsdienst und die ambulante Pflege.

Landrat Christian Tylsch dankte bei der Eröffnung allen Beteiligten, die an Planung, Sanierung und Umsetzung mitgewirkt haben. Sein besonderer Dank galt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die den neuen Standort künftig mit Leben füllen.

Der Landkreis Wittenberg ist Träger des bodengebundenen Rettungsdienstes und verantwortlich für dessen flächendeckende und bedarfsgerechte Sicherstellung. Die Leistungen des bodengebundenen Rettungsdienstes werden im Landkreis durch das Deutsche Rote Kreuz und die Johanniter-Unfall-Hilfe erbracht.