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Glasfaserausbauprojekt
1. gefördertes Glasfaserausbauprojekt in Annaburg, Bad Schmiedeberg, Jessen, Oranienbaum-Wörlitz und Zahna-Elster
Landkreis stellte sich früh den Anforderungen
Die digitale Welt produziert ständig Innovationen. Wenige Bereiche entwickeln sich so schnell weiter, wie die der Telekommunikation und des Digitalen. Doch dieser Fortschritt benötigt eine verlässliche und leistungsfähige Basis: ohne ein hochgeschwindigkeitsfähiges Breitbandnetz wären Telemedizin, digitale Verwaltung, Homeoffice, Streaming oder Onlinegaming nicht denkbar. Aus diesem Grund hat der Landkreis Wittenberg das übergeordnete Ziel ausgegeben, gemeinsam mit den kreisangehörigen Kommunen für die Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen in den kommenden Jahren die Internetversorgung über ein flächendeckendes Glasfasernetz zu erreichen. Gleichzeitig betrachtet er die regional aktiven Anbieter von gigabitfähigen Kabelnetzen als wichtige Versorgungspartner. Damit agiert er im Sinne der Rahmenregelung der Bundesrepublik Deutschland zur Unterstützung des flächendeckenden Aufbaus von Gigabitnetzen in „grauen Flecken“ sowie der integrierten Gigabitstrategie des Landes Sachsen-Anhalt.
Ein von Juli bis September 2023 durchgeführtes Markterkundungsverfahren im Landkreis Wittenberg hat ergeben, dass derzeit nicht überall Netze mit Gigabitinfrastruktur und einem Angebot entsprechender Telekommunikationsdienste verfügbar sind oder in den nächsten Jahren verfügbar sein werden. Trotz des eigenwirtschaftlichen Engagements der Telekommunikationsunternehmen und des zurückliegenden geförderten Ausbaus im Rahmen der Weiße-Flecken-Förderung gibt es im Kreisgebiet weiterhin unterversorgte Bereiche gemäß Richtlinie „Förderung zur Unterstützung des Gigabitausbaus der Telekommunikationsnetze in der Bundesrepublik Deutschland – Gigabit-Richtlinie des Bundes 2.0 (Gigabit-RL 2.0)“ vom 31.03.2023, also Gebiete, in denen kein Netzbetreiber Bandbreiten von mindestens 200 Mbit/s symmetrisch oder 500 Mbit/s im Download anbietet oder anbieten wird (sogenannte „graue Flecken“). In einigen Ortsteilen der fünf Städte Annaburg, Bad Schmiedeberg, Jessen (Elster), Oranienbaum-Wörlitz und Zahna-Elster besteht bei der Internetversorgung besonderer Nachholbedarf und daraus folgend ein vorwiegendes Handlungserfordernis.
Mit Kooperation zur Förderung
Daher entschlossen sich die fünf Kommunen in Form von Zweckvereinbarungen zu einer Kooperation mit dem Landkreis Wittenberg. Auf der Basis dieser interkommunalen Zusammenarbeit beantragte der Landkreis Ende 2023 eine Bundesförderung für den Glasfaserausbau im Wirtschaftlichkeitslückenmodell entsprechend der Gigabit-RL 2.0 sowie eine Landesförderung zur Kofinanzierung.
Die Projektträgerin des Bundes zur Breitbandförderung (Los A), die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, hat im Auftrag des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung die vom Landkreis Wittenberg beantragte Zuwendung mit einer 70-prozentigen Förderung in Höhe von 12.578.650,00 € bewilligt. Da der Bund die Projektträgerschaft neu vergeben hat, übernimmt seit November 2025 die aconium GmbH als neue beliehene Bewilligungsbehörde die Projektbegleitung. Das Ministerium für Infrastruktur und Digitales des Landes Sachsen-Anhalt bewilligte gemäß Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung des flächendeckenden Ausbaus von Gigabitnetzen (Gigabit-RL LSA) vom 28.10.2025 die vom Landkreis beantragte Kofinanzierung der Graue-Flecken-Förderung des Bundes zur Schaffung eines flächendeckenden Gigabitnetzes in „grauen Flecken“ des Landkreises Wittenberg bis zu einer Höhe von 5.390.850,00 €.
Zur Qualitätssicherung in der Vorbereitung und Durchführung der geförderten Maßnahmen im Projektgebiet nimmt der Landkreis Wittenberg externe Beratungsleistungen in Anspruch. Dazu erhält der er eine weitere Projektförderung als Vollförderung aus Mitteln des Bundes im Rahmen der Gigabit-RL 2.0 in Höhe von bis zu maximal 200.000,00 €. Im Ergebnis eines Vergabeverfahrens beauftragte der Landkreis die MICUS Strategieberatung GmbH mit diesen externen Beratungsleistungen.
Der Weg zur Beauftragung von Telekommunikationsunternehmen
Mit den Fördermittelzusagen im Rücken rief der Landkreis in einem offenen, transparenten und diskriminierungsfreien Auswahlverfahren unter Beachtung des Grundsatzes der Anbieter- und Technologieneutralität interessierte Unternehmen auf, unter Bezifferung einer konkreten Wirtschaftlichkeitslücke ein Angebot über den angestrebten Ausbau und Betrieb eines zukunftsfesten Netzes mit einer technischen Leistungsfähigkeit von mindestens 1 Gbit/s symmetrisch im Download und Upload für jeden Endnutzer (im Folgenden: „gigabitfähiges Netz“) in den besonders unterversorgten Ortsteilen der fünf benannten Kommunen einzureichen. Die Telekom Deutschland GmbH gab im Rahmen dieses Auswahlverfahrens das wirtschaftlichste Angebot ab und erhielt daher den Zuschlag, unter Verwendung der von Bund und Land im Rahmen der Förderrichtlinien bereitgestellten Mittel den Ausbau und den Betrieb des gigabitfähigen Netzes zu realisieren.
In diesem mehrstufigen Auswahlverfahren wurde eine Wirtschaftlichkeitslücke in Höhe von maximal 17.969.500,00 € festgestellt, welche sich aus den folgenden je Los ermittelten Einzelwirtschaftlichkeitslücken zusammensetzt:
Los 1 – Annaburg: 4.777.022,74 €
Los 2 – Bad Schmiedeberg: 5.598.885,55 €
Los 3 – Jessen (Elster) 5.747.819,84 €
Los 4 – Oranienbaum-Wörlitz: 310.969,84 €
Los 5 – Zahna-Elster: 1.534.802,14 €
Am 02.09.2025 fand die pressewirksame Vertragsunterzeichnung zwischen dem Landkreis Wittenberg und der Telekom Deutschland GmbH statt. Die Projektrealisierung erfolgt nach aktuellem Stand schrittweise bis 2029 mit den Projektphasen Planung, Tiefbau, Errichtung passive und aktive Technik, Inbetriebnahme sowie Dokumentation. Nach Projektabschluss sollen an jeder ausgebauten Adresse Übertragungsraten von mind. 1 Gigabit/s symmetrisch möglich sein. Zur Realisierung dieses Vorhabens sind nach derzeitiger Kenntnis Arbeiten im folgenden Umfang erforderlich: 170 km Tiefbau sowie Verlegen von 1.107 km Glasfaserkabel und 516 km Leerrohr.
Für 2026 steht der Abschluss der notwendigen Planungen und die Einholung aller für den Ausbau erforderlichen behördlichen Genehmigungen an. Nach und nach wird dann auch der „erste Spatenstich“, also der Beginn der Tiefbaumaßnahmen in den einzelnen Kommunen erfolgen.
Haushalte im Ausbaugebiet profitieren – kostenlose Hausanschlüsse möglich
Mit Hilfe der bereitgestellten Mittel erhalten insgesamt voraussichtlich 3.216 Adressen einen Anschluss an das Glasfasernetz, davon
- in Annaburg 1.075 unterversorgte Adressen,
- in Bad Schmiedeberg 868 unterversorgte Adressen,
- in Jessen (Elster) 984 unterversorgte Adressen,
- in Oranienbaum-Wörlitz 6 unterversorgte Adressen,
- in Zahna-Elster 283 unterversorgte Adressen.
In den fünf Kommunen wird der Ausbau folgende Ortsteile betreffen:
- in Annaburg Axien, Bethau, Gehmen, Groß Naundorf, Hohndorf, Kolonie, Lebien, Löben, Meuselko, Plossig, Premsendorf,
- in Bad Schmiedeberg Bösewig, Großkorgau, Kleinkorgau, Kleinzerbst, Merkwitz, Meuro, Moschwig, Österitz, Ogkeln, Reinharz, Sachau, Sackwitz, Schnellin, Scholis,
- in Jessen (Elster) Battin, Buschkuhnsdorf, Düßnitz, Gerbisbach, Glücksburg, Großkorga, Hemsendorf, Kleinkorga, Klossa, Kremitz, Lindwerder, Mönchenhöfe, Mügeln, Rade, Reicho, Schöneicho, Steinsdorf,
- in Oranienbaum-Wörlitz Schönitz,
- in Zahna-Elster Klebitz, Leetza, Ottmannsdorf, Rahnsdorf, Raßdorf, Zallmsdorf.
Mit Abschluss der Planungen und noch vor Beginn des Netzausbaus wird das Glasfaserprojekt in den einzelnen Kommunen jeweils in die sogenannte Vorvermarktungsphase starten. Der geförderte Ausbau bietet dabei allen Grundstückseigentümerinnen und Grundstückseigentümern, deren Grundstücke im Projektgebiet liegen, die einmalige Möglichkeit, sich kostenfrei einen Glasfaserhausanschluss legen zu lassen. Dafür ist die Zustimmung zum Ausbau durch Abschluss von entsprechenden Grundstücksnutzungsvereinbarungen mit der Telekom Deutschland GmbH notwendig. Diese kostenfreie Buchung eines Hausanschlusses ist unabhängig davon möglich, ob gleichzeitig ein entsprechender Glasfaser-Internettarif gebucht wird oder nicht. Besteht der Wunsch nach einem Tarif, so können die Kundinnen und Kunden nach dem Prinzip des Open Access frei zwischen mehreren Anbietern wählen.
Mit Beginn der Vorvermarktungsphase werden die Haushalte, die im Ausbaugebiet liegen und sich an das Glasfasernetz anschließen lassen können, auf verschiedenen Wegen informiert. In der Regel erhalten Sie eine Postwurfsendung mit weiteren Einzelheiten. Auch die Durchführung von zentralen Bürgerinformationsveranstaltungen ist geplant. Die Buchung der kostenfreien Hausanschlüsse wird über verschiedene Kanäle der Telekom Deutschland GmbH möglich sein (Internetauftritt, Service-Hotline, Telekom-Shops). In ähnlicher Weise können bei unterschiedlichen Anbietern Internetprodukte bezogen werden.






