Die Gefahr ist real: Bei einer Gemeinschaftsjagd Ende November 2025 auf dem Gebiet der Stadt Gräfenhainichen infizierte sich ein Jagdhund mit der Aujeszkyschen Krankheit (“Pseudowut”). Der Hund erkrankte wenige Tage nach der Jagd und musste eingeschläfert werden. Untersuchungen bestätigten eine Infektion des Hundes mit dem Virus der Aujeszkyschen Krankheit.
Die Aujeszkysche Krankheit wird durch ein Herpesvirus verursacht und befällt verschiedene Säugetierarten. Hauptwirt der Infektion sind Wildschweine. Empfänglich sind unter anderem Hunde und Katzen, bei denen eine Infektion stets tödlich verläuft. Bei Hunden kommt es bei einer Infektion schnell zu einer Gehirn- und Rückenmarksentzündung mit zentralnervösen Störungen, zu starkem Juckreiz, und danach zum Tod des Tieres. Für Menschen ist die Aujeszkysche Krankheit ungefährlich, sie sind für das Virus nicht empfänglich.
Bei Wildschweinen ist die Infektion mit dem Virus der Aujeszkyschen Krankheit weit verbreitet, verläuft aber vielfach ohne Erkrankungsanzeichen. Infizierte Wildschweine bleiben lebenslang Virusträger. Untersuchungen im Rahmen des sogenannten Schwarzwildmonitorings im Landkreis Wittenberg ergaben, dass im Jahr 2023 30 %, im Jahr 2024 38 % und im Jahr 2025 37 % der untersuchten Wildschweine Antikörper gegen das Virus der Aujeszkyschen Krankheit aufwiesen, also im Laufe ihres Lebens mit dem Erreger infiziert wurden.
Zum Schutz von Jagdhunden vor einer Infektion mit der Aujeszkyschen Krankheit sollten Jäger den unmittelbaren Kontakt des Hundes mit Wildschweinen auf das Notwendige beschränken. Hunde sind grundsätzlich von Wildschweinkadavern fernzuhalten. Vom Streckenplatz sowie vom Ort des Aufbruchs sollten Hunde ebenfalls ferngehalten werden. Auf keinen Fall dürfen roher Aufbruch oder rohes Fleisch von Wildschweinen an Hunde verfüttert werden.