Landrat besucht Louis Dreyfus Company in Wittenberg

Beim Rundgang durch das Werk der Louis Dreyfus Company Wittenberg informierte sich Landrat Christian Tylsch über die Verarbeitung von Rapssaat sowie über Produktion und Investitionen am Standort der Louis Dreyfus Company in der Lutherstadt Wittenberg.
© Landkreis Wittenberg/Baumbach

Wie entstehen aus Rapssaat Biodiesel, Pflanzenöl und Futtermittel – und welche Rolle spielt der Standort für Landwirtschaft und Industrie in der Region? Darüber informierte sich Landrat Christian Tylsch gemeinsam mit Vertretern der Presse bei einem Rundgang durch das Werk der Louis Dreyfus Company Wittenberg GmbH in der Dessauer Straße.

Empfangen wurde die Delegation von Betriebsleiter Christoph Patzwald sowie weiteren Verantwortlichen des Unternehmens. Patzwald ist seit zwei Jahren Standortleiter in Wittenberg und verantwortet den Betrieb einer der größten Anlagen zur Verarbeitung von Ölsaaten in Deutschland.

Verarbeitung von mehr als einer halben Million Tonnen Rapssaat

Das Werk arbeitet nahezu ganzjährig im durchgehenden Betrieb. Rund 120 Mitarbeitende sorgen dafür, dass jährlich etwa 565.000 Tonnen Rapssaat verarbeitet werden.

Der Produktionsprozess beginnt mit der Anlieferung und Reinigung der Saat. Anschließend wird der Raps zunächst gepresst. In einem weiteren Schritt wird das Öl mithilfe eines Lösungsmittels vollständig aus dem Presskuchen herausgelöst. Daraus entstehen mehrere Produkte:

  • Rapsöl, das sowohl in der Lebensmittelindustrie als auch für technische Anwendungen genutzt wird
  • Biodiesel, von dem am Standort jährlich rund 238.000 Tonnen produziert werden
  • Rapsschrot, ein eiweißreiches Futtermittel für die Tierhaltung mit einer Jahresmenge von etwa 325.000 Tonnen

Daneben entstehen kleinere Mengen Glycerin und Lecithin, die unter anderem in der Lebensmittel- und Pharmaindustrie eingesetzt werden.

Louis Dreyfus Company: Wichtiger Partner für Landwirtschaft und Energiebranche

Der Standort Wittenberg ist eng mit der regionalen Landwirtschaft verbunden. Für viele Rapsanbauer aus Sachsen-Anhalt und den umliegenden Regionen ist das Werk ein wichtiger Absatzmarkt. Gleichzeitig liefert die Anlage Produkte für die Futtermittel-, Lebensmittel- und Bioenergiebranche.

Neben der Produktion spielen auch Umwelt-, Gesundheits- und Sicherheitsaspekte eine wichtige Rolle. Für diese Themen ist am Standort unter anderem der Bereich Sicherheit, Gesundheit und Umwelt zuständig, der auf die Einhaltung entsprechender Standards und gesetzlicher Vorgaben achtet.

Internationales Unternehmen mit langer Tradition

Die Louis Dreyfus Company wurde bereits 1851 im Elsass gegründet und hat sich von einem regionalen Getreidehändler zu einem weltweit tätigen Agrarrohstoffunternehmen entwickelt. Heute ist der Konzern in über 100 Ländern aktiv und beschäftigt rund 18.000 Mitarbeitende.

Zum Geschäft gehören unter anderem Handel und Verarbeitung von Getreide, Ölsaaten, Pflanzenölen, Zucker, Kaffee und Baumwolle. Die Wertschöpfungskette reicht vom Einkauf landwirtschaftlicher Rohstoffe über Verarbeitung und Logistik bis zum Verkauf an Industrie und Handel.