Illegale Müllsammlung erneut gestoppt – Landkreis zieht Konsequenzen

Am späten Freitagnachmittag endete eine illegale Müllsammlung bei Rehsen.
© Landkreis Wittenberg / Baumbach

Eine Woche nach dem Vorfall in Wittenberg, bei dem Mitarbeiter des Landkreises Wittenberg beinahe verletzt worden wären, ist das Ordnungsamt des Landkreises erneut gegen illegale Müllsammler vorgegangen. Für den vergangenen Freitag waren unerlaubte Sammlungen in den Bereichen Pratau, Seegrehna, Klitzschena und Bergwitz angekündigt worden. Mitarbeitende des Ordnungsamtes und der Abfallbehörde führten daraufhin am späten Freitagnachmittag gezielte Kontrollen durch.

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Auf einem Feldweg bei Rehsen endete die Tour des Sammler-Trios um 16:23 Uhr. Die drei Männer aus dem benachbarten Ausland wurden kontrolliert. Anders als beim Einsatz in der Vorwoche verlief die Kontrolle ruhig und ohne Zwischenfälle. Auf Nachfrage gaben die Männer an, weder über eine abfallrechtliche Genehmigung noch über gültige Reisegewerbekarten zu verfügen. Beides ist Voraussetzung, um Abfälle oder Wertstoffe sammeln zu dürfen. Zudem führten sie angeblich keine Zahlungsmittel mit sich.

Auffällig ist, dass alle drei aus derselben Gemeinde stammen wie der Mann, der sich bei einer Kontrolle in der vergangenen Woche der Maßnahme entzogen hatte und dabei einen Mitarbeiter des Ordnungsamtes gefährdete. In diesem Fall ermittelt die Polizei weiterhin wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung.

Müllsammlung beendet, Fahrzeugfestsetzung abgewendet

Unter Polizeibegleitung wurden die Müllsammler nach Reinsdorf gebracht. Dort entsorgten sie rund zwei Kubikmeter Abfall ordnungsgemäß. Die dafür anfallenden Gebühren in Höhe von 140 Euro konnten zunächst nicht beglichen werden. Eine Festsetzung des Fahrzeugs stand im Raum.

Im weiteren Verlauf gelang es dem Fahrer jedoch, sich Geld überweisen zu lassen und dieses bei einem Kreditinstitut abzuheben. Nachdem die Gebühren vollständig bezahlt worden waren, konnten die drei Männer – nun um 140 Euro erleichtert und ohne Schrott an Bord – um 18:33 Uhr ihre Heimreise antreten.

Tausende Euro Bußgelder drohen

Der Fahrer kündigte an, sich darüber zu informieren, wie er seine Tätigkeit künftig rechtmäßig ausüben kann, und sich erneut beim Landkreis zu melden. Sollte er dennoch erneut mit einer illegalen Sammlung im Landkreis angetroffen werden, drohen Bußgelder in Höhe von mehreren tausend Euro.

Warum der Landkreis konsequent gegen solche Sammlungen vorgeht, lässt sich klar benennen: Wer ohne Reisegewerbekarte sammelt, arbeitet illegal. Wer ohne abfallrechtliche Genehmigung Wertstoffe einsammelt, entzieht diese dem geregelten Entsorgungskreislauf. Die daraus entstehenden finanziellen Schäden treffen nicht die Sammler selbst, sondern werden am Ende auf die Allgemeinheit umgelegt – etwa über die Abfallgrundgebühr. Hinzu kommt ein weiteres Problem: Was sich nicht zu Geld machen lässt, wird bei illegalen Sammlungen häufig nicht fachgerecht entsorgt, sondern landet in der Natur, an Feldwegen oder in Wäldern.

Der Landkreis Wittenberg wird auch künftig gezielt kontrollieren und illegale Müll- und Schrottsammlungen unterbinden. Bürgerinnen und Bürger werden gebeten, Abfälle ausschließlich über die vorgesehenen kommunalen Entsorgungswege abzugeben und keine nicht genehmigten Sammlungen zu unterstützen.