Der Katastrophenschutz im Landkreis Wittenberg wird weiter gestärkt: Landrat Christian Tylsch hat am 1. Juli 2026 die Fahrzeugschlüssel für einen neuen Einsatzleitwagen Katastrophenschutz an Sebastian Lange, Leiter des 2. Fachdienstes Betreuung der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. aus Kemberg, übergeben.
Bei dem Termin verschaffte sich der Landrat zugleich einen ersten Eindruck vom Fahrzeug und dessen Ausstattung. Der Einsatzleitwagen wird künftig dem 2. Fachdienst Betreuung zugeordnet. Dieser ist Teil der Katastrophenschutzstruktur im Landkreis Wittenberg und kommt insbesondere dann zum Einsatz, wenn Menschen in größeren Schadens- oder Einsatzlagen betreut, versorgt oder vorübergehend untergebracht werden müssen.





Das Fahrzeug wurde im Rahmen der zentralen Beschaffung des Landes Sachsen-Anhalt bereitgestellt. Die Übergabe durch Innenministerin Dr. Tamara Zieschang hatte bereits am 15. Juni 2026 am Institut für Brand- und Katastrophenschutz in Heyrothsberge stattgefunden. Dort wurden die Einsatzkräfte auch in das Fahrzeug eingewiesen.
Bei dem neuen Einsatzleitwagen handelt es sich um einen MAN TGE mit einer zulässigen Gesamtmasse von 3,5 Tonnen und einer Länge von rund sechs Metern. Der Ausbau erfolgte durch die Rettungstechnik Doll GmbH aus Schönebeck (Elbe), die Funktechnik stammt von Motorola. Die Beschaffungskosten einschließlich Funktechnik belaufen sich auf rund 160.000 Euro.
Ausgestattet ist das Fahrzeug unter anderem mit Laptop, Drucker und Schreibmaterialien. Damit können Einsatzlagen vor Ort dokumentiert, Informationen verarbeitet und Abstimmungen unterstützt werden. Im Laderaum befinden sich unter anderem ein Notfallrucksack sowie Krankenhausdecken. Der Einsatzleitwagen dient damit nicht nur der Koordination, sondern kann auch bei ersten Unterstützungsmaßnahmen in Betreuungslagen eingesetzt werden.
Der 2. Fachdienst Betreuung übernimmt eine wichtige Aufgabe im Katastrophenschutz. Er ist darauf ausgerichtet, rund 100 betreuungsbedürftige Personen für mindestens 24 Stunden zu betreuen und zu versorgen. Solche Lagen können beispielsweise nach Evakuierungen, größeren Bränden, Unwettern, Stromausfällen oder anderen Ereignissen entstehen, bei denen Menschen vorübergehend ihre Wohnungen verlassen müssen oder besondere Unterstützung benötigen.
Zu den Aufgaben des Fachdienstes gehören unter anderem der Aufbau und Betrieb von Betreuungsstellen, die Registrierung und Information betroffener Personen, die Organisation von Verpflegung, einfache medizinische Erstmaßnahmen, psychosoziale Unterstützung sowie die Weitervermittlung an weitere Hilfsangebote. Betreuungsstellen können je nach Lage etwa in Sporthallen, Schulen oder anderen geeigneten Gebäuden eingerichtet werden.
Die Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. ist seit dem 1. Januar 2026 neuer Träger des 2. Fachdienstes Betreuung im Landkreis Wittenberg. Der Fachdienst befindet sich derzeit im Aufbau. Mit dem neuen Einsatzleitwagen erhält die Einheit nun ein zentrales Arbeitsmittel für Einsätze, Übungen und Ausbildungsmaßnahmen.
Der Einsatzleitwagen verbessert die Arbeitsfähigkeit direkt an der Einsatzstelle, unterstützt die Kommunikation und erleichtert die Organisation vor Ort. Damit ist er ein weiterer Baustein, um den Katastrophenschutz im Landkreis Wittenberg verlässlich weiterzuentwickeln – gerade in Betreuungslagen, die für betroffene Menschen oft eine besondere Belastung darstellen.