Änderungen bei der Abfallentsorgung ab 1. Juli 2026 im Landkreis Wittenberg

Menschen schauen sich die neue Abfall-Abgabestelle in Zschornewitz an.
© Landkreis Wittenberg / Baumbach

Zum 1. Juli 2026 wird die Abfallentsorgung im Landkreis Wittenberg neu aufgestellt. Hintergrund ist die Neuvergabe der abfallwirtschaftlichen Dienstleistungen. Für die Bürgerinnen und Bürger ergeben sich dadurch mehrere Verbesserungen: Aus bisher vier Annahmestellen werden fünf, die Öffnungszeiten werden vereinheitlicht und teilweise verlängert, samstags sind künftig immer mindestens zwei Standorte geöffnet und das Annahmeangebot wird deutlich erweitert.

Die Abgabe an den Annahmestellen ist weiterhin für Abfälle aus privaten Haushalten möglich und erfolgt ohne zusätzliche Gebühr.

Aus vier werden fünf: neues Standortnetz ab 1. Juli

Das Netz der Wertstoffhöfe und Annahmestellen wird zum 1. Juli 2026 neu geordnet. Der bisherige Standort Strohwalde wird zum 30. Juni 2026 dauerhaft geschlossen. Der Standort Zschornewitz ersetzt Strohwalde und wird ab dem 1. Juli 2026 in das Annahmesystem eingebunden.

Zusätzlich kommt mit Rackith ein neuer Standort hinzu. Damit stehen künftig fünf Annahmestellen im Landkreis Wittenberg zur Verfügung. Das neue Standortnetz soll die regionale Erreichbarkeit verbessern, kürzere Anfahrtswege ermöglichen und die Anlieferströme gleichmäßiger im Kreisgebiet verteilen.

Einheitliche und längere Öffnungszeiten

Im Zuge der Umstrukturierung werden die Öffnungszeiten der Annahmestellen vereinheitlicht und an die Jahreszeiten angepasst.

Sommerzeit: 1. März bis 31. Oktober

Montag bis Donnerstag: 08:00 bis 17:00 Uhr
Freitag: 07:00 bis 19:00 Uhr

Winterzeit: 1. November bis Ende Februar

Montag bis Freitag: 08:00 bis 17:00 Uhr

Besonders die verlängerte Öffnungszeit am Freitag in der Sommerzeit soll die Anlieferung nach Feierabend erleichtern. Damit wird die Entsorgung für viele Haushalte besser planbar.

Samstags immer mindestens zwei Standorte geöffnet

Auch samstags bleiben Annahmestellen geöffnet. Die Samstagsöffnungen gelten jeweils von 09:00 bis 12:00 Uhr. Künftig sind an jedem Samstag mindestens zwei Standorte im Landkreis geöffnet.

Jeden 1. und 3. Samstag im Monat öffnen:

Wittenberg
Zschornewitz

Jeden 2. und 4. Samstag im Monat öffnen:

Klieken
Jessen
Rackith

Damit stehen auch Berufstätigen regelmäßig zusätzliche Entsorgungsmöglichkeiten am Wochenende zur Verfügung.

Alle Höfe nehmen künftig mehr Abfallarten an

Ein wesentlicher Bestandteil der Änderungen ist die Erweiterung des Annahmeangebots. Künftig können Bürgerinnen und Bürger an allen Annahmestellen deutlich mehr Abfallarten aus privaten Haushalten abgeben. Damit wird das Angebot gegenüber der bisherigen Struktur deutlich ausgebaut.

Neu beziehungsweise erweitert angenommen werden insbesondere:

  • Sperrige Holzabfälle
  • Sperrmüll aus privaten Haushalten
  • Grünabfälle
  • Elektro- und Elektronikaltgeräte
  • Metallschrott
  • Lithium-Ionen-Akkus
  • PKW-Batterien
  • Pappe, Papier und Kartonagen
  • Alttextilien
  • Flachglas als sperriger Abfall
  • Kunststoffe als sperriger Abfall

Durch die Erweiterung sollen Abfälle besser getrennt und anschließend umweltgerecht verwertet werden können.

Papier, Pappe und Kartonagen: kürzerer Leerungsrhythmus ab 2027

Eine weitere Änderung betrifft die Sammlung von Pappe, Papier und Kartonagen. Ab dem 1. Januar 2027 wird der Leerungsrhythmus von vier Wochen auf drei Wochen verkürzt. Damit reagiert der Landkreis Wittenberg auf zahlreiche Bürgeranfragen und schafft einen bürgerfreundlicheren Leerungszyklus.

Auch bei der Lieferung und Abholung von Behältern wurden schnellere Fristen vereinbart. Bestellungen sollen künftig innerhalb von 14 Tagen erledigt werden.

Die neue Zufahrt der Annahmestelle in Jessen. Foto: REMONDIS

Mehr Service, mehr Angebot, bessere Erreichbarkeit

Mit der Neuordnung verfolgt der Landkreis Wittenberg das Ziel, die Abfallentsorgung einfacher, verlässlicher und besser erreichbar zu machen. Mehr Standorte, längere Öffnungszeiten, regelmäßige Samstagsöffnungen und ein deutlich erweitertes Annahmeangebot sollen die Entsorgung im Alltag erleichtern.

Die Kreisverwaltung und die beauftragten Entsorgungsunternehmen stehen für Rückfragen im Rahmen der Abfallberatung weiterhin zur Verfügung.

Zahlen zur Abfallentsorgung im Landkreis Wittenberg

Zum Stichtag 31. Dezember 2025 befanden sich im Landkreis Wittenberg rund 71.000 Restabfall- und Biobehälter im Umlauf. Im Jahr 2025 wurden etwa 105.000 Abfallgebührenbescheide versendet. Knapp 12.000 Tonnen Restabfall wurden einer thermischen Behandlung zugeführt.

An den bisherigen vier Wertstoffhöfen wurden im Jahr 2025 rund 9.000 Tonnen Grünschnitt und etwa 4.000 Tonnen Sperrmüll durch Bürgerinnen und Bürger des Landkreises entsorgt. Zusätzlich wurden rund 7.000 Anträge zur Abholung von Sperrmüll im Holsystem bearbeitet.

Besonders stark genutzt wurde bisher die Annahmestelle in Reinsdorf. Dort wurden allein im Jahr 2025 rund 4.100 Tonnen Grünschnitt und 1.600 Tonnen Sperrmüll angenommen.

Im Jahr 2024 wurden im Landkreis Wittenberg unter anderem folgende Mengen erfasst:

  • 2.900 Tonnen Biomüll
  • 5.000 Tonnen Papier, Pappe und Kartonagen
  • 220 Tonnen Wärmeüberträger, darunter Kühl- und Gefriergeräte sowie Wärmepumpentrockner
  • 108 Tonnen Bildschirme und Monitore
  • 4,5 Tonnen Lampen
  • 120 Tonnen Großgeräte, darunter Waschmaschinen, Öfen, Mikrowellen und Staubsauger
  • 325 Tonnen Kleingeräte, darunter Telefone, Tastaturen, PC-Mäuse, Werkzeuge und Toaster
  • 16 Tonnen Photovoltaikmodule

Ein besonderer Service bleibt erhalten: Im Landkreis Wittenberg können Sperrmüll und Grünschnitt aus privaten Haushalten weiterhin ohne zusätzliche Gebühr an den Annahmestellen abgegeben werden.