1815: Bildung des Kreises Wittenberg

1815: Bildung des Kreises Wittenberg

Im Jahr 1815 endet die napoleonische Fremdherrschaft. Die europäische und politische Landschaft wird neu geordnet. Der Wiener Kongress 1815 gestaltete Europa neu, Preußen und Sachsen schlossen den Friedens- und Freundschaftsvertrag vom 18. Mai 1815 um, wie es ihrerseits wörtlich hieß zur „Wiederherstellung der Ordnung und Ruhe in Europa“ beizutragen. Durch diesen Vertrag trat Sachsen drei Fünftel seiner Gebiete an Preußen ab, die als Herzogtum Sachsen in Preußen eingegliedert worden sind. Es entstand die preußische Provinz Sachsen, die in drei Regierungsbezirke eingeteilt wurde.

Die bisher gültige Ämterverfassung wurde mit der Kreiseinteilung für die allgemeine Landesverwaltung durch die preußische Kreisverfassung abgelöst.

Zur Optimierung der Verwaltungsarbeit wurde die Regierung angewiesen, nach Vorbild der bereits bestehenden Provinzen Preußens, die Einrichtung und Einteilung in Kreise vorzunehmen.

Die neue Einteilung in Kreise im Regierungsbezirk Merseburg wurde per Verordnungen und  Bekanntmachungen der Königlichen Regierung zu Merseburg vom 04. September 1816 proklamiert. Mit dem 01. Oktober 1816 sind 2 Stadtkreise und 15 Kreise gebildet worden.

Als erster königlich preußischer Landrat des Kreises Wittenberg wurde der ehemals kursächsische, ab 1806 königlich-sächsischer Amthauptmann des Kurkreises und Rittergutsbesitzer Friedrich Wilhelm Curt von Leipziger auf Kropstädt, Jahmo mit Ließnitz, Weddin und der Wüstemark, Boßdorf und Assau eingesetzt (1816-1821).


Der 1761 in Dresden geborene von Leipziger entstammte einem alten markmeißnischen Adelsgeschlecht, das sich nach der Stadt Leipzig nannte. Er verstarb 1824 in Kropstädt.

Das landrätliche Büro befand sich  bis Juli 1821 auf Schloss Kropstädt.

Zum Landkreis Wittenberg zählten in dieser Zeit 5 Städte und 102 Dörfer mit 26.757 Einwohnern.

In seinen Beständen verfügt das Kreisarchiv Wittenberg insbesondere über Karten und Pläne, aber auch über vielfältige Sekundärliteratur. Zur Erforschung der Geschichte, insbesondere dieser Zeit sind wir eng mit anderen Archiven und Institutionen vernetzt, da sie einen ganz besonderen Einschnitt in der  Entwicklung der Gesellschaft unserer Region einnimmt.