Wasserressourcen schützen: Empfehlungen für eine nachhaltige Bewässerung

Wasserressourcen schützen: Empfehlungen für eine nachhaltige Bewässerung

Wasserhahn

Der Sommer hat begonnen, und rund um uns dominieren die Farben Gelb und Braun in der Natur, wo eigentlich viel mehr Grün sein sollte. Die Zahl der Waldbrände steigt. Schädlinge vermehren sich teilweise explosionsartig. Es ist darum wichtig, dass wir alle sensibel mit einer unseren wichtigsten natürlichen Ressourcen umgehen: Wasser.

Die zunehmend trockenen Sommer der letzten Jahre haben zu erheblichen Problemen in Bezug auf Wasserstände geführt, sowohl im Grund- als auch im Oberflächenwasser. Dies hat weitreichende Auswirkungen auf die Landwirtschaft, die Natur und das alltägliche Leben.

„Um diese Probleme anzugehen, möchten wir Empfehlungen geben, wie Sie dazu beitragen können, unsere Wasserressourcen zu schützen. Insbesondere sollten Sie bei der Bewässerung von land- und forstwirtschaftlichen Flächen, öffentlichen und privaten Grünanlagen sowie Sportanlagen bestimmte Zeiten meiden. Zwischen 10:00 und 18:00 Uhr sollte kein Wasser zum Beregnen genutzt werden. Es gibt jedoch Ausnahmen für Mikrobewässerungstechniken wie Tropf- und Unterflurbewässerung sowie verdunstungsfreie Methoden wie die Befüllung von Baumbewässerungssäcken“, erklärt Landrat Christian Tylsch.

Die trockenen Sommer der letzten beiden Jahre haben zu einem starken Rückgang der Durchflussmengen in Oberflächengewässern geführt. Bis zum Mai 2023 konnten keine wesentlichen Verbesserungen verzeichnet werden, obwohl es zu erhöhten Niederschlägen kam. Die Pegel der Oberflächenwasserstände sind zu niedrig.

Nicht nur in unserer Region, sondern auch in ganz Sachsen-Anhalt war der Mai ungewöhnlich trocken. Die ermittelten Niederschläge betrugen lediglich 10 mm, was nur 18 % des langjährigen Durchschnitts entspricht. Sachsen-Anhalt war das trockenste Bundesland Deutschlands. Im Frühjahr hatten wir für eine kurze Zeit mehr Regen als im Durchschnitt. Seit Anfang Mai liegen wir wieder deutlich unter dem Schnitt der Niederschlagsmengen.

Die Grundwasserstände im Landkreis Wittenberg liegen 15 bis 25 % unter den langjährigen Durchschnittswerten. Dies verdeutlicht, dass die Defizite der vergangenen Jahre nicht durch Niederschläge ausgeglichen werden konnten. Im Berichtsmonat Mai 2023 setzte sich der Trend fallender Grundwasserstände fort. Dies hat schwerwiegende Konsequenzen für die Landwirtschaft, die Natur und unser tägliches Leben.

„Die Auswirkungen sind deutlich sichtbar. Oberflächengewässer fallen immer häufiger trocken, was zu massiven Schäden an Flora und Fauna führt. Besonders geschützte Tierarten wie Amphibien sind stark betroffen. Auch Bäume und Wälder leiden unter den abgesunkenen Grundwasserständen. Die reduzierte Wasseraufnahme macht sie anfälliger für Sonneneinstrahlung und Schädlinge. Die Waldbrandgefahr hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen, und der Schädlingsbefall von Bäumen, wie beispielsweise durch den Eichenprozessionsspinner und den Goldafter, hat stark zugenommen“, führt der Verwaltungschef weiter aus.

„Es ist wichtig zu verstehen, dass Wasser eine der wertvollsten Ressourcen für alle Lebewesen auf unserem Planeten ist. Die fehlenden Wasserressourcen stehen in direktem Zusammenhang mit den genannten Problemen. Eine unsachgemäße Bewässerung zu ungünstigen Zeiten trägt maßgeblich zu diesen Konflikten bei.“

Der empfohlene Zeitraum von 10:00 bis 18:00 Uhr, in dem die Bewässerung vermieden werden sollte, basiert auf der Tatsache, dass in dieser Zeit die Verdunstung bei einer Beregnung am höchsten ist. Die Verdunstung wird maßgeblich von Sonneneinstrahlung, Temperatur und Wind beeinflusst.

„Es ist wichtig, dass alle Betroffenen diese Empfehlungen als ersten Schritt zur Bekämpfung des sinkenden Grundwassers verstehen. Wir appellieren dringend an alle Nutzer von Wasser, diese Hinweise zu beachten und bestmöglich umzusetzen. Sollten in den kommenden Jahren weiterhin gravierende Defizite bei der Grundwasserentwicklung auftreten, könnte eine teilweise oder vollständige Einschränkung der Wasserentnahme aus Grund- und Oberflächengewässern nicht ausgeschlossen werden“, ergänzt der Landrat.

„Das Verschwenden von Wasser ist durch das Wasserhaushaltsgesetz untersagt. Wir sind dankbar für Hinweise an unsere Wasserbehörde. Wir werden den entsprechenden Fällen selbstverständlich nachgehen“, erklärt Landrat Christian Tylsch und behält sich zugleich vor, sollte es zu vermehrten Verstößen kommen, mittels einer Allgemeinverfügung zu reagieren. Ansprechpartner in der unteren Wasserbehörde ist Abteilungsleiter Gerald Redlich: telefonisch erreichbar unter 03491-806 2920 oder per Mail an umweltamt@landkreis-wittenberg.de.

„Wir müssen gemeinsam handeln, um unsere Wasserressourcen langfristig zu schützen. Die Verschwendung von Wasser ist nicht nachhaltig und hat schwerwiegende Auswirkungen auf die Natur, die Landwirtschaft und unser tägliches Leben“, so Christian Tylsch.

Was kann dagegen unternommen werden?

  • Gießen mit Bedacht: Nutzen Sie Regenwasser für Ihre Pflanzen und gießen Sie in den kühleren Morgen- oder Abendstunden, um Verdunstung zu minimieren.
  •  Reduzierter Wasserverbrauch im Haushalt: Achten Sie auf kurze Duschzeiten, lassen Sie das Wasser nicht unnötig laufen und verwenden Sie sparsame Wasch- und Spülmaschinenprogramme. Auch das Befüllen von Pools sollte mit Augenmaß erfolgen.
  • Teilen von Informationen und Wissen: Sprechen Sie mit Nachbarn und Freunden über die Bedeutung des Wassersparens und ermutigen Sie sie, ebenfalls achtsam mit Wasser umzugehen.

„In einer Zeit, in der Nachhaltigkeit und Umweltschutz immer mehr an Bedeutung gewinnen, ist es entscheidend, dass wir als Gemeinschaft zusammenarbeiten und das Bewusstsein für den verantwortungsvollen Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen schärfen. Wir sind überzeugt, dass durch gegenseitige Unterstützung und das gemeinsame Bekenntnis zu einem bewussteren Umgang mit Wasser wir nicht nur unseren Landkreis, sondern auch die Welt, in der wir leben, positiv beeinflussen können. Wir zählen auf Sie!“, appeliert der Landrat an die Einwohner des Landkreises.