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Berufsorientierung per GPS

Mädchen schaut sich die GPS-Routen auf dem Tablet an.
Quelle: Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW)

Nach Geocaches, Pokémon und Dinosauriern werden in Lutherstadt Wittenberg nun auch Betriebe und Berufe per GPS gesucht. Möglich macht das eine Webanwendung, die gemeinsam mit Schüler*innen der 8. und 9. Klassen an zwei Sekundarschulen und einer Förderschule gestaltet wurde.

Die Anwendung ist Teil des Projekts „Meine Koordinaten zum Beruf“, das seit 15. Oktober 2018 von der Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) gGmbH in Lutherstadt Wittenberg umgesetzt wird. Mit ihr können Schüler*innen ab der 8. Klasse Ausbildungsbetriebe und Berufe in Handwerk, Hotel- und Gastgewerbe kennenlernen und sich zum Thema Bewerbung informieren – alles verpackt in digitale Schnitzeljagden, die mit Tablet und Smartphone im Stadtgebiet gestartet werden können.

Zwischen Januar und Juni 2019 beteiligten sich insgesamt 50 Schüler*innen an der Gestaltung der multimedialen Routenpunkte. Aus diesen entstanden verschiedene GPS-Touren, die mit „Infopunkten“, Betrieben und Quizzen zum Entdecken einladen. Parallel entwickelte die Firma brain-SCC GmbH die zugehörige Webanwendung.

Im September und Oktober 2019 wurden die GPS-Touren erstmals von Schüler*innen aus Lutherstadt Wittenberg getestet. Ausgestattet mit Tablets begaben sie sich auf eine Tour ihrer Wahl. Die ersten Rückmeldungen fielen positiv aus:

  • „Mir hat gefallen: alles!“
  • „Man hat etwas dazu gelernt, man konnte die Gegend erkunden“
  • „Wir waren selbstständig“
  • „Es hat Spaß gemacht“

Entdeckte Fehler sowie Verbesserungsvorschläge der Schüler*innen fließen nun in die Fertigstellung der Webanwendung ein. Danach werden die GPS-Touren für alle Interessierten zugänglich gemacht und als Projektangebot an örtliche Schulen geschickt.

Währenddessen laufen die Vorbereitungen zum zweiten Projektteil von „Meine Koordinaten zum Beruf“ auf Hochtouren: Für die Schulen im Landkreis Wittenberg werden Bus-Touren zu regionalen Ausbildungsbetrieben in den Bereichen Landwirtschaft, Lebensmitteltechnik und Metall organisiert. Diese werden den Schüler*innen einen Tag lang Einblicke in den Arbeitsalltag und in potenzielle Ausbildungsbetriebe ermöglichen.

Das Projekt ist das Ergebnis eines Ideenwettbewerbs des Landkreises Wittenberg im Rahmen des Landesprogramms „Regionales Übergangsmanagement Sachsen-Anhalt“ (RÜMSA) und wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes Sachsen-Anhalt finanziert. Als weitere Akteure sind unter anderem die Agentur für Arbeit, das Jobcenter und der Landkreis mit der Koordinierungsstelle RÜMSA involviert, die im Fachdienst Jugend und Schule integriert ist.

10.01.2020

© Katharina Höhne E-Mail

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