Fachdienst Veterinärwesen und Verbraucherschutz

Weitere Regelungen zur Geflügelpest im Landkreis Wittenberg: Wie man als Geflügelhalter Stallpflicht vermeiden kann

Nach dem Auffinden einer Saatgans in der vorigen Woche, die mit dem Geflügelpest-Virus infiziert war, hat der Landkreis Wittenberg jetzt weitere Schritte festgelegt, wie mit der Situation umzugehen ist. In einer "Allgemeinverfügung zur Biosischerheit in Geflügelhaltungen" wurden die jetzt gültigen Regeln zusammengefasst, die für den gesamten Landkreis Wittenberg gelten. Wichtigste Information daraus: Es wird keine allgemeine Stallpflicht für den gesamten Landkreis angeordnet - wenn man sich als Geflügelhalter an bestimmte Regeln hält.

Für den Bereich der Kernstadt Wittenberg, Reinsdorf, Dobien und den Brückenkopf gelten übrigens andere Regeln.

Zur Vermeidung des Eintrages der Geflügelpest in Geflügelbestände und Haltungen von gehaltenen Vögeln durch Wildvögel haben Tierhalter im Landkreis Wittenberg unabhängig von der Größe ihres Geflügelbestandes oder der sonstigen Vogelhaltung ab sofort sicherzustellen, dass:

  • ein Kontakt des Geflügels zum Wildvogelbestand, insbesondere zu Wildenten, Wildgänsen, Schwänen und aasfressenden Wildvögeln, sicher unterbunden wird
  • das Geflügel keinen Zugang zu Gewässern, möglichen Überschwemmungsflächen oder anderem Oberflächenwasser hat
  • Hofteiche sicher ausgezäunt werden
  • Geflügel nicht mit Oberflächenwasser getränkt wird, zu dem Wildvögel Zugang haben
  • Geflügel nur an für Wildvögel unzugänglichen Stellen gefüttert wird
  • die Aufbewahrung von Futter, Einstreu und sonstigen Gegenstände, die mit Geflügel in Berührung kommen können, nur an für Wildvögel unzugänglichen Plätzen erfolgt und
  • die Geflügelhaltungen nur mit separatem Schuhzeug betreten werden oder das Schuhwerk beim Betreten bzw. Verlassen gereinigt und desinfiziert wird.
  • Sofern diese Vorgaben nicht sichergestellt werden können und auch auf Grund der örtlichen Gegebenheiten (z.B. Hofteiche, unmittelbarer Zugang zu Gewässer, Wildvogeleinflug) keine sichere Barriere zwischen Wildvögeln, insbesondere Wildenten, Wildgänsen, Schwänen und aasfressenden Wildvögeln, und dem Hausgeflügelbestand herzustellen ist, sind die Tiere in einem geschlossenen Stall oder unter einer Schutzvorrichtung zu halten.

Plötzliche erhöhte Tierverluste sind durch einen Tierarzt abzuklären oder der Fachdienst Veterinärwesen und Verbraucherschutz des Landkreises ist hierüber zu informieren. Die Anforderungen an die Biosicherheit auf Geflügelausstellungen werden erhöht.

Den gesamten Text der Allgemeinverfügung lesen Sie im Anhang.