Fachdienst Veterinärwesen und Verbraucherschutz

Veröffentlichung am 28.12.2022: Tierseuchenrechtliche Allgemeinverfügung zum Schutz gegen die hochpathogene Aviäre Influenza (Geflügelpest)

Gefahr für Geflügelbestände durch die Geflügelpest

Bundesweit wurden im November und Dezember 2022 zahlreiche Ausbrüche der Klassischen Geflügelpest („Vogelgrippe“) bei Hausgeflügel und Wildvögeln festgestellt. Im Land Sachsen-Anhalt wurde die Geflügelpest am 4.12.2022 im Landkreis Börde in einem Hausgeflügelbestand sowie am 5.12.2022 im Altmarkkreis Salzwedel bei einem Wildvogel festgestellt. Am 20.12.2022 wurde der Verdacht auf den Ausbruch der Geflügelpest in einem Hausgeflügelbestand im Salzlandkreis amtlich festgestellt. Das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit stufte das Risiko von Einträgen der Geflügelpest in deutsche Geflügelhaltungen durch direkte und indirekte Kontakte zu Wildvögeln in seiner letzten Risikoeinschätzung vom 9.12.2022 als hoch ein. Nach Einschätzung des Bundesforschungsinstituts für Tiergesundheit gibt es derzeit bei den aktuellen Geflügelpest-Viren keine Hinweise darauf, dass sie für Menschen gefährlich sind.

Aufgrund der aktuellen Verbreitung des Erregers der Geflügelpest ist von einem hohen Eintragsrisiko in Nutzgeflügelhaltungen durch direkte und indirekte Kontakte zwischen Wildvögeln und Nutzgeflügel auszugehen. Der Landkreis Wittenberg hat deshalb eine Allgemeinverfügung zum Schutz gegen die Geflügelpest erlassen. Alle Geflügelhalter im Landkreis werden aufgefordert, Schutzmaßnahmen gegen den Eintrag der Geflügelpest in ihren Beständen konsequent umzusetzen sowie gehäufte Verendungen oder Minderungen der Legeleistung unverzüglich dem Fachdienst Veterinärwesen und Verbraucherschutz anzuzeigen. Es wird empfohlen, Geflügel in geschlossenen Ställen oder unter einer Vorrichtung, die aus einer überstehenden, nach oben gegen Einträge gesicherten dichten Abdeckung und mit einer gegen das Eindringen von Wildvögeln gesicherten Seitenbegrenzung bestehen muss, zu halten. Berücksichtigt werden müssen auch indirekte Eintragungswege, beispielsweise über durch Wildvögel verunreinigtes Futter, Wasser oder verunreinigte Einstreu und Gegenstände (Schuhwerk, Werkzeuge, Fahrzeuge usw.). Zur Einhaltung von Grundregeln der Biosicherheit sind alle Geflügelhalter gesetzlich verpflichtet.

Geflügelhalter müssen vorsorgen

Geflügelausstellungen dürfen nur mit Genehmigung durch den Fachdienst Veterinärwesen und Verbraucherschutz durchgeführt werden. Alle Tiere der ausstellenden Bestände müssen vor der Veranstaltung tierärztlich untersucht werden.

Funde von verendeten Wildvögeln sollten dem Fachdienst Veterinärwesen und Verbraucherschutz gemeldet werden.

Der Fachdienst Veterinärwesen und Verbraucherschutz ist für Meldungen erreichbar unter:

  • Telefon: 03491 806-1900, -1902, -1904, -1906
  • Fax: 03491 806-1990
  • E-Mail: veterinaeramt@landkreis-wittenberg.de
  • Außerhalb der Dienstzeiten über die Integrierte Leitstelle: 03491 806-3112
  • Stand: 28.12.2022