Fachdienst Veterinärwesen und Verbraucherschutz

Verdachtsfall Geflügelpest im Landkreis Wittenberg bestätigt

Am Freitagmorgen hat sich der Verdacht bestätigt: eine Saatgans, die am Dienstag tot in der Wittenberger Weinbergstraße entdeckt wurde, war mit dem Geflügelpest-Virus infiziert. Das Landesamt für Verbraucherschutz teilte dem Veterinäramt der Kreisverwaltung Wittenberg die Diagnose vorab telefonisch mit. Der Vogel war am Mittwoch per Kurier zum Labor in Stendal gebracht worden.

Zur Stunde werden durch Amtstierarzt Dr. Thomas Moeller die nächsten Schritte geprüft. Erst einmal ist eine zweite Überprüfung des Laborergebnisses notwendig. "Nach der Bestätigung des Untersuchungsergebnisses durch das Friedrich-Löffler-Institut auf der Insel Riems kann dann amtlich der Ausbruch der Geflügelpest bei einem Wildvogel festgestellt werden. Damit rechnen wir am Montag oder Dienstag", erklärt der promovierte Veterinärmediziner.

Die Kreisverwaltung prüft unterdessen, welche konkreten Maßnahmen erfolgen müssen. Zu Diskussion steht etwa die Einführung einer Stallpflicht und die Einrichtung eines Beobachtungsgebiet. "Räumlich betroffen ist davon wahrscheinlich der Bereich der Kernstadt Wittenberg und die Pufferzonen um Vogelrastgebiete". Eine zeitliche Dauer könne nicht vorhergesagt werden, das richte sich nach der Entwicklung der Ereignisse. Was konkret entschieden wird, wird die Kreisverwaltung dann aktuell bekanntgeben.

"Zumindest gibt es im näheren Umkreis der Fundstelle keine gewerblichen Geflügelhaltungen. Wäre der Fall in einem Hausgeflügelbestand aufgetreten, wären weitreichendere Maßnahmen erforderlich, unter anderem die Tötung des betroffenen Geflügelbestandes und Probenahmen von Geflügel aus dem Umkreis."
Vor allem an der Nordsee, vereinzelt aber auch in anderen Gebieten Deutschlands, waren in den letzten Wochen wieder vermehrt Fälle aufgetreten, unter anderem im Land Brandenburg. Zuletzt war das Geflügelpestvirus zwischen Herbst 2020 und Frühjahr 2021 sehr intensiv in Deutschland aufgetreten. "Deshalb mussten insgesamt über eine Millionen Stück Geflügel getötet werden", berichtet Dr. Moeller.

Dr. Thomas Moeller appelliert an alle Geflügelhalter im Landkreis, Schutzmaßnahmen gegen den Eintrag der Geflügelpest in ihren Beständen konsequent umzusetzen und gehäufte Verendungen oder Minderungen der Legeleistung unverzüglich dem Veterinäramt anzuzeigen. "Schützen Sie ihr Geflügel vor Kontakt mit Wildvögeln. Füttern Sie Geflügel nur in geschützten Stallbereichen, zu denen Wildvögel keinen Zugang haben. Bewahren Sie Futter, Einstreu und sonstige Gegenstände, die mit Geflügel in Berührung kommen können, für Wildvögel unzugänglich auf", fordert der Amtstierarzt auf. Ein- und Ausgänge zu den Ställen oder Ausläufen sollen gegen unbefugten Zutritt gsichert werden. Betriebsfremde Personen und Haustiere (z. B. Hunde, Katzen) sollen von den Ställen ferngehalten werden. Es wird empfohlen, Geflügel in geschlossenen Ställen oder unter einer Vorrichtung zu halten, die aus einer überstehenden, nach oben gegen Einträge gesicherten dichten Abdeckung besteht und eine Seitenbegrenzung haben soll, die das Eindringen von Wildvögeln verhindert.

Funde von verendeten Wildvögeln sollten dem Fachdienst Veterinärwesen und Verbraucherschutz gemeldet werden. Verendete Wildvögel sollten nicht berührt werden. Der Fachdienst Veterinärwesen und Verbraucherschutz der Kreisverwaltung Wittenberg ist für Meldungen erreichbar unter:
- Telefon: 03491 479-304, -775, -305
- Fax: 03491 479-302
- E-Mail: veterinaeramt@landkreis-wittenberg.de
- Außerhalb der Dienstzeiten über die Integrierte Leitstelle: 03491 19222