Schüler entdecken Berufswelten: "Meine Koordinaten zum Beruf" kommt in Reinsdorf gut an

Schüler besuchen den Betrieb Heideland - Besichtigung des KuhstallsSchüler besuchen den Betrieb Heideland - Besichtigung des Kuhstalls

Schüler der Sekundarschule Heinrich Heine bekamen am Dienstag und Donnerstag ganz besondere Einblicke ins echte Arbeitsleben. Insgesamt vier regionale Unternehmen steuerte der Busfahrer des Projekts „Meine Koordinaten zum Beruf“ an, das von der Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) gGmbH seit Oktober 2018 durchgeführt wird. Nach einer pandemiebedingten Pause wird das Angebot im Schuljahr 2021/22 fortgesetzt.

Die Bus-Touren richten sich an Schülerinnen und Schüler ab Klasse 8 und ermöglichen ihnen einen besonderen Projekttag: Statt normalem Unterricht gehen die Jugendlichen auf Erkundungsfahrt und besuchen mit dem Bus zwei bis drei Ausbildungsbetriebe in der Region. Vor Ort erwartet sie ein abwechslungsreiches Programm, in dem sie die Unternehmen und ihre Ausbildungsangebote kennenlernen.

Für die Schüler der beiden neunten Klassen der Sekundarschule „Heinrich Heine“ in Lutherstadt Wittenberg war das eine Premiere.

Am 7. Oktober 2021 besuchte die 9b zunächst die TGA Energietechnik Wittenberg GmbH. Von der Geschäftsführerin Frau Fleischmann und dem Projektleiter Herrn Schulze erfuhren die Schüler, womit sich das Unternehmen beschäftigt und welche Ausbildungsmöglichkeiten sich ihnen dort bieten. In mehreren praxisbezogenen Aufgaben mussten sie feststellen, dass Mathe und Physik auch außerhalb des Unterrichts wichtig sind, ehe sie sich auf einen Rundgang durch die Produktionshalle begaben.

Bei strahlendem Sonnenschein ging es anschließend zum Mehrfamilienunternehmen Milchagrargenossenschaft Heideland eG Kemberg. Der Vorstandsvorsitzende Herr Mattner ermöglichte den Jugendlichen einen Einblick in die moderne Landwirtschaft und gab einen kleinen Ausblick auf die Perspektiven, die insbesondere die Digitalisierung in den kommenden Jahren für diese Branche bereithält. Während einer Führung lernten die Schülerinnen die typischen Aufgaben und Arbeitsorte in der Milchviehhaltung kennen und konnten Kühe und Kälber hautnah erleben.

Zurück in der Schule fanden die Schüler lobende Worte für die Bus-Tour. Anna Sophia Pötzsch betonte: „Ich fand es gut, den Beruf nicht nur in Zeitungen zu sehen, sondern die Betriebe an sich anzuschauen, den Leuten Fragen zu stellen und ich kann mir vorstellen, in der Landwirtschaft ein Praktikum zu machen. Ich würde gern wieder an einer Bus-Tour teilnehmen.“ Ähnlich erging es auch ihren Mitschülern. Insgesamt sieben können sich ein Praktikum oder eine Ausbildung in einem der beiden Unternehmen vorstellen. Dreißig Prozent der Klasse haben nach der Bus-Tour mehr Interesse an den Branchen und Berufen als vorher.
Entsprechend fiel auch das Feedback von Frau Zühlke aus, die als Wirtschaftslehrerin in die Vorbereitungen der zwei Bus-Touren involviert war und die 9b am 7. Oktober begleitete:
„Prima Planung. Großes Lob. Unternehmen gut ausgewählt. Teamarbeit war ebenfalls gut. Insgesamt: sehr wertvolle Unterstützung für meinen Wirtschaftsunterricht.“ Und sie ergänzte im Gespräch: „Wir als Schule sind sehr interessiert, im nächsten Schuljahr wieder daran teilnehmen zu können.“

In diesem Schuljahr werden noch sechs Schulen im gesamten Landkreis Wittenberg die Bus- Touren nutzen, darunter neben drei Sekundarschulen auch zwei Gymnasien und eine Förder- schule. Für die Schulen ist die Teilnahme am Projekt „Meine Koordinaten zum Beruf“ vollkommen kostenfrei. Zu den Angeboten des Projekts gehören neben den Bus-Touren auch GPS- Touren in Lutherstadt Wittenberg, Jessen und Gräfenhainichen, mit denen die Jugendlichen per Tablet Berufe und Ausbildungsbetriebe erkunden können. Neu seit diesem Schuljahr ist zudem ein Bewerbungstraining per Videokonferenz.

Das Projekt „Meine Koordinaten zum Beruf“ ist das Ergebnis eines Ideenwettbewerbs des Landkreises Wittenberg im Rahmen des Landesprogramms „Regionales Übergangsmanagement Sachsen-Anhalt“ (RÜMSA) und wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes Sachsen-Anhalt finanziert. Als weitere Akteure sind unter anderem die Agentur für Arbeit, das Jobcenter und der Landkreis mit der Koordinierungsstelle RÜMSA involviert, die im Fachdienst Jugend und Bildung integriert ist.