BNE – die Zukunft der kommunalen Bildungslandschaft

Der Landkreis Wittenberg wird Modellkommune für Bildung für Nachhaltige Entwicklung

Der Landkreis Wittenberg hat schon vor Jahren mit dem Aufbau einer „Kommunalen Bildungslandschaft“ begonnen. Nun soll diese Zusammenarbeit von Kommune, Bildungsträgern und Initiativen gefestigt und mit dem Thema Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) verknüpft werden. Unterstützt wird der Landkreis dabei vom BNE-Kompetenzzentrum, das im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung 50 ausgewählte Modellkommunen auf diesem Weg begleitet. Am Freitag, den 21. Mai unterzeichnen der stellvertretende Landrat Dr. Jörg Hartmann und Dr. Jörg Eulenberger, Leiter des Standorts Nord-Ost des BNE-Kompetenzzentrums dafür eine gemeinsame Zielvereinbarung.

Die Idee hinter BNE ist einfach: Jeder Mensch kann Nachhaltigkeit beziehungsweise nachhaltiges Verhalten erlernen und sein Handeln daran ausrichten. Bildungsangebote zu Umwelt und Naturschutz, Klima- und Energie, Abfall, Ressourcenschonung sowie Fragen der (sozialen) Teilhabe sind Beispiele für BNE. Solche Angebote gibt es bereits im Landkreis Wittenberg. Um mit BNE einen gesellschaftlichen Wandel anzustoßen, müssen diese Angebote langfristig und strategisch geplant werden, gut ineinandergreifen und möglichst viele Menschen erreichen.

„Wir möchten die Zukunft des Landkreises gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern nachhaltig gestalten. Ein wichtiger Schritt auf diesem Weg ist die Vermittlung des nötigen Wissens, um die ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Aspekte von Nachhaltigkeit, ihre Zusammenhänge und Abhängigkeiten zu verstehen.“, so Dr. Jörg Hartmann. „Mit den Gemeinden, Bildungsträgern und engagierten Initiativen im Landkreis wollen wir dafür eine gemeinsame Strategie entwickeln.“

Schwerpunkte

Erste Schwerpunkte legt die Kommune auf die Umwelt- und die Demokratiebildung. Neben dem Ausbau von Kooperationen im Bildungsbereich und interdisziplinären Gremien soll auch die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger, insbesondere der Jugendlichen eine wichtige Rolle in dem Prozess spielen.

„Ziel ist es Möglichkeiten für alle Menschen in der Kommune zu schaffen, um sich mit Blick auf nachhaltige Entwicklung zu bilden. Das geht über Schule und Ausbildung weit hinaus: BNE kann zum Beispiel in der Kita, in Volkshochschulkursen, Theaterprojekten, Ausstellungen und auf Geopfaden vermittelt werden. Wir lernen ein Leben lang. Gemeinsam mit der Kommunalverwaltung soll erreicht werden, BNE in allen Bildungsbereichen zu verankern.“, ergänzt Dr. Jörg Eulenberger vom BNE-Kompetenzzentrum. „Wir freuen uns darauf den Landkreis Wittenberg auf diesem Weg zu begleiten.“

Das BNE-Kompetenzzentrum unterstützt die Kommune über eine Prozessbegleitung vor Ort, Vernetzungsmöglichkeiten mit anderen Kommunen und Qualifizierungsangeboten für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der kommunalen Bildungslandschaft. Zudem werden die Prozesse vor Ort wissenschaftlich evaluiert und die Ergebnisse dieser Evaluation laufend in die Prozessbegleitung einbezogen. Das Büro in Halle (Saale) ist eines von bundesweit drei Standorten. Insgesamt 50 Modellkommunen werden bis vorerst 2023 vom BNE-Kompetenzzentrum begleitet. Dafür wird das Projekt vom BMBF gefördert.

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Landkreis Wittenberg

Eine gemeinsame Strategie für BNE

Im Landkreis Wittenberg gibt es einige gute Anknüpfungspunkte für die Verankerung von BNE in der kommunalen Bildungslandschaft: Das kommunale Bildungsmanagement hat in seiner langjährigen Arbeit mit Bildungs- und Datenberichten für eine gute Informationslage gesorgt und wichtige Kooperationsstrukturen aufgebaut. Die Kommune hat ein Leitbild Bildung auf den Weg gebracht und auch im Integrierten Regionalen Entwicklungskonzept wurden Bildungsziele und Maßnahmen verankert.

Die Fachdienste des Landkreises haben Informations- und Bildungsangebote zu Umwelt und Naturschutz, Abfall, Ressourcenschonung, Klima- und Energie sowie Fragen der (sozialen) Teilhabe. Eine Öko-Schule des Landes Sachsen-Anhalts befindet sich in Trägerschaft des Landkreises. Zudem arbeitet der Landkreis mit zahlreichen Kooperationspartnern, wie etwa den Naturparks Fläming und Dübener Heide, zusammen.

Darauf aufbauend soll nun eine kohärente Gesamtstrategie zu BNE entwickelt werden. Dafür setzt der Landkreis auf die Einbindung der Gemeinden und allen Bildungsakteuren sowie der Bevölkerung, insbesondere der Jugend. Kooperationsstrukturen sollen ausgebaut und gefestigt werden. Inhaltliche Schwerpunkte setzt der Landkreis Wittenberg zunächst auf Demokratiebildung und den Ausbau der schulischen und außerschulischen Umweltbildung.

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