Impfzentrum Wittenberg geschlossen, wie geht es jetzt weiter?

Nach fast 90.000 verabreichten Impfdosen seit Anfang 2021 schließt das Impfzentrum der Kreisverwaltung Wittenberg in der Turnhalle des Berufsschulzentrums zum Monatswechsel seine Pforten. Die Einrichtung, die durch den Landkreis - unterstützt durch Bundeswehrangehörige und im Wechsel von Mitarbeitenden des Deutschen Roten Kreuzes und der Johanniter Unfallhilfe - betrieben wurde, hat dabei einen wesentlichen Beitrag zum Schutz der Bevölkerung gegen das Corona-Virus geleistet. Insgesamt wurden hier über 43.000 Menschen vollständig geimpft. 89.694 Mal wurden (Stand 29. September) die Spritzen angesetzt.

Ganz am Anfang der Impfkampagne hat das Zentrum eine herausragende Rolle gespielt, da hier effizient geimpft werden konnte. Hauptnutzer waren anfangs Hochbetagte, die älter als 80 Jahre alt waren sowie Pflegebedürftige, Pflegekräfte und Mitarbeitende von Rettungsdiensten. Pflegeeinrichtungen wurden mit ambulanten Impfteams versorgt. Den Krankenhäusern im Landkreis wurde Impfstoff zur Verfügung gestellt.

Im weiteren Verlauf der Kampagne gingen viele Sonderaktionen federführend vom Impfzentrum aus: eine Tour durch 83 Orte im Landkreis wurde organisiert, Pop-Up-Impfzentren in den neun Städten des Kreises aufgebaut und Unternehmen konnten gezielt den Einsatz eines mobilen Impfteams anfragen. Pflegebedürftige gebrechliche Personen wurden und werden in ihrer häuslichen Umgebung geimpft. Dazu kamen die Impfangebote der niedergelassenen Ärzte.

Die in Spitzenzeiten 36 Mitarbeiter des Impfzentrums haben im Schnitt 373 Impfungen pro Tag durchgeführt haben - Spitzenreiter war ein Tag mit 954 Impfungen. Für diese hohe Leistung aus dem Stand dankt Landrat Christian Tylsch allen Beteiligten von Herzen. Zum jetzigen Zeitpunkt wurden damit 56,9 Prozent der Bevölkerung im Landkreis Wittenberg vollständig geimpft davon 35,0 % im Impfzentrum sowie 21,9 % durch niedergelassene Ärzte.. Das Ziel ist eine Quote von mindestens 80 Prozent der Menschen zu impfen.

Wie geht es in Zukunft weiter?

Ab dem 4. Oktober wird im Landkreis Wittenberg weiterhin mobil geimpft, auch ohne Terminvereinbarung. Die Marktplätze werden weiterhin angefahren - und als Ausgleich zur Schließung des Impfzentrums in der Turnhalle des Berufsschulzentrums im Wittenberger Mittelfeld wird ein fester Impfstandort für ein mobiles Team in der Hauptgeschäftsstelle der Sparkasse Wittenberg am Alten Bahnhof eingerichtet. Hier kann auch online ein Termin gebucht werden: https://www.landkreis-wittenberg.de/de/impftermine-online-buchen.html

Der Landkreis Wittenberg legt weiterhin seinen Fokus auf das Impfen in der Fläche mit niedrigschwelligen Angeboten: kurze Wege, keine Termine. Das gilt auch für die Impfangebote an Schulen, die wichtig für den Schutz der jüngeren Generation sind. Von den Aktionen „besorgter“ Mitmenschen, die im Hasenkostüm vor Schulen auftauchen und in den sozialen Medien dafür von Vertretern rechtsradikalen Parteien gefeiert werden, lässt sich die Kreisverwaltung dabei nicht beirren. Es wird niemand ohne Einverständnis der Eltern geimpft. Gleichwohl appelliert der Fachdienst Gesundheit, sich impfen zu lassen. Die Ampel, die anzeigt, wie viele Menschen geimpft sein sollten, zeigt im Landkreis weiterhin auf Rot.

Kostenpflichtige Tests und Verdienstausfall

Ab dem 11. Oktober müssen Corona-Tests bezahlt werden. Das gilt natürlich nicht für Menschen, die nicht geimpft werden können oder für die keine allgemeine Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission vorliegt. Das betrifft zum Beispiel Kinder, die jünger als zwölf Jahre alt sind. Die Kosten für einen Schnelltest bewegen sich zwischen 18 und 40 Euro. Ein PCR-Test kostet zwischen 60 und 200 Euro.

Wie von den Gesundheitsministern der Länder beschlossen wird es auch ab 1. November keine Entschädigung mehr für Verdienstausfälle geben, die aus der Anordnung von Quarantäne resultieren.

Bislang war die Regelung so, dass Beschäftigte in den ersten sechs Wochen Anspruch auf Lohnersatz hatten (danach in Höhe von 67 Prozent). Der Arbeitgeber konnte sich das Geld bei der zuständigen Behörde erstatten lassen. Neu ist jetzt, dass während der Quarantäne kein Geld mehr erstattet wird für Menschen, die Kontaktperson sind oder Reiserückkehrer aus Risikogebieten. Für vollständig Geimpfte entfällt die Quarantäne.

2-G-Regel, Kontrollen und Auffrischungsimpfung

Die sogenannte 2-G-Regel, die Genesenen und vollständig Geimpften den Zugang zu Veranstaltungen und Dienstleistungen ermöglichen soll, ist Voraussetzung für Veranstaltungen ohne Begrenzung der Teilnehmerzahl, ohne Abstandsregeln und ohne Mund-Nasen-Schutz. Die Teilnehmer, die 18 Jahre alt sind und keine Krankheitssymptome zeigen, profitieren von dieser Regelung. Bislang haben sich bereits einige Veranstaltungen im Landkreis Wittenberg über das Landesportal www.lsaur.de/Anzeige-2-G-Zugangsmodell angemeldet. So startet bereits am 2. Oktober „Die große Schlager Hitparade“ im Wittenberger Stadthaus unter den neuen Regeln. Am 3. Oktober schließt sich das Oktoberfest in Premsendorf an. Das wöchentliche Eltern-Kind-Turnen des SV Alemannia 08 Jessen sowie sechs Veranstaltungen der Gassmühle in Rotta machen Gebrauch von der 2-G-Regel.

Mit Kontrollen der Regeln durch die zuständigen Behörden ist zu rechnen. Das Gesundheitsamt appelliert an die Veranstalter, die Kontaktnachverfolgung der Teilnehmer sicherzustellen und sich an die geltenden Hygienestandards (Husten und Niesen in die Ellenbeuge, Hände waschen und desinfizieren, regelmäßiges Lüften, keine Teilnahme mit Erkältungssymptomen) zu halten.

Die ständige Impfkommission empfiehlt Auffrischungsimpfungen für Risikopatienten. Das betrifft zum Beispiel Menschen mit Immundefekten oder Erkrankungen, bei denen das Immunsystem mit Medikamenten reguliert wird, wie nach einer Transplantation oder bei Rheuma-Patienten. Eine generelle Empfehlung für Auffrischungsimpfungen an bestimmte Altersgruppen gibt es derzeit nicht.

Unabhängig davon bietet der Landkreis Wittenberg die Möglichkeit, ihre Impfung auffrischen zu lassen für Bewohner in Pflegeeinrichtungen, Bewohner von Einrichtungen der Eingliederungshilfe und weiteren Einrichtungen mit gefährdeten Gruppen, Patienten mit Immunschwäche oder Immunsuppression sowie Pflegebedürftige, die zuhause leben. Das Angebot richtet sich auch an Menschen über 60, Personen mit einer vollständigen Serie eines Vektor-Impfstoffes sowie Beschäftigte im Gesundheitswesen mit Patientenkontakt.

Bei Rückfragen:
Alexander Baumbach, Leiter der Pressestelle und Pressesprecher der Kreisverwaltung Wittenberg, Telefon: 0177 - 7 22 06 80, alexander.baumbach@landkreis-wittenberg.de

Impfzentrum, Mittelfeld 50, Lutherstadt WittenbergImpfzentrum, Mittelfeld 50, Lutherstadt Wittenberg
Impfzentrum Wittenberg geschlossen, wie geht es jetzt weiter?
Pressegespräch im Impfzentrum (v.r. Landrat Christian Tylsch, Dr. med. Michael Hable)Pressegespräch im Impfzentrum (v.r. Landrat Christian Tylsch, Dr. med. Michael Hable)
Pressegespräch Impfzentrum