4. Covid-Welle vorab brechen: „Lassen Sie sich impfen“

Noch weiß niemand, wie stark Deutschland von einer 4. Corona-Welle betroffen sein wird – dass sie kommt, ist laut Prof. Dr. med. Franz X. Kleber, stellvertretender ärztlicher Direktor im Paul Gerhardt Stift, relativ sicher. „Wir haben es selbst in der Hand, diese Welle schon jetzt zu brechen – mit der Einhaltung der Hygieneregeln, vor allem aber mit den vorhandenen Impfstoffen.“ Gemeinsam mit Dr. med. Frank Volkert, Ärztlicher Direktor im Wittenberger Krankenhaus, traf er sich in dieser Woche mit  Amtsärztin Susanne Göbel und Landrat Christian Tylsch im Impfzentrum. „Die ansteckenderen Virusvarianten verbreiten sich zunehmend auch bei uns. Das Risiko der noch nicht oder noch nicht vollständig geimpften Menschen schätzen wir als hoch ein“, sagte Susanne Göbel. Die inzwischen deutschlandweit dominante Delta-Variante nehme bereits einen Anteil von 59 Prozent aller SARS-CoV2-Infektionen ein und sei auch in Wittenberg nachgewiesen. „Die Infektionen treten vor allem bei Menschen im erwerbsfähigen Alter auf – nicht zuletzt deshalb, weil hier die Impfquote noch relativ gering ist. Deshalb müssen wir die Bevölkerung motivieren, sich jetzt impfen zu lassen, um nicht nur sich selbst, sondern auch die Mitmenschen zu schützen“, ergänzt Dr. med. Frank Volkert.

Impfstoffe sind ausreichend vorhanden. Mit erweiterten Angeboten im Wittenberger Impfzentrum wurde der Zugang erleichtert: „Seit dieser Woche bieten wir Impfungen ohne Termin an – dies wurde  gut angenommen, aber es ist noch Luft nach oben“, so Frau Göbel. Bis zu 500 Menschen könnten täglich ihre Impfung erhalten – aktuell sind es etwa 450. „Unser Team im Impfzentrum mit Personal der Kreisverwaltung, der Bundeswehr sowie verschiedener Hilfsorganisationen leistet hier wirklich tolle Arbeit. Logistisch erfolgt hier eine Meisterleistung, es kam bisher kaum zu Wartezeiten und wir erhalten viel Lob“, freut sich die Amtsärztin.

Jetzt gelte es, die Impfangebote noch leichter zugänglich zu machen – vor allem für Berufstätige. „Die Impfung ohne Termin, aber auch die Öffnung unseres Impfzentrums am Samstag sowie Öffnungszeiten am Montag bis 21 Uhr sollen dazu beitragen, dass sich möglichst viele Menschen impfen lassen“, erklärt Landrat Christian Tylsch. „Aktuell haben 43,7 Prozent der Menschen in Deutschland den vollständigen Impfschutz – in Wittenberg sind es erst 37,8 Prozent. Ich bin mir aber sicher, dass die neuen flexibleren Angebote dazu beitragen, dass wir diese Quote steigern können“, fügte er an.

Nach Elisabeth Rahn, technische Leiterin des Impfzentrums werden jeweils montags, mittwochs und freitags von 08:00 bis 12:00 und 12:30 bis 15:30 Uhr, dienstags und donnerstags von 8:00 bis 12:00 und 12:30 bis 18:00 Uhr Impfungen mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer ohne Termin im Impfzentrum Wittenberg im Mittelfeld 50 angeboten. Neben Erstimpfungen sind auch Zweitimpfungen für Personen möglich, die ihre erste Corona-Schutzimpfung nicht im stationären Impfzentrum erhalten haben. Alternativ sind auch wie bisher Terminbuchungen über 116 117 oder www.impfterminservice.de möglich. Zur Impfung müssen der Personalausweis, die Chipkarte der Krankenversicherung sowie der Impfausweis mitgebracht werden.

Prof. Dr. Kleber ergänzt: „Wir sind als Krankenhaus bisher gut durch die Pandemie gekommen, allerdings waren insgesamt 550 behandelte Covid-Patienten auch für uns eine enorme Herausforderung. Es gilt jetzt, das Risiko von Infektionen und Übertragungen möglichst gering zu halten, um schwere Krankheitsverläufe und Langzeitfolgen zu verhindern. Je mehr Menschen geimpft sind, umso größer ist unsere Chance, die 4. Welle schon am Beginn zu brechen.“