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Landrat, Ministerpräsident und Schulleiterin versenken Zeitkapsel in Aula des Hauses Melanchthon in Wittenberg

Am Donnerstagmorgen versenkten Landrat Christian Tylsch, Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff und Anja Aichinger, Schulleiterin des Luther-Melanchthon-Gymnasiums, eine Zeitkapsel im Fußboden der Aula des ehemaligen Melanchthongymnasiums in der Wittenberger Neustraße.

Der Landkreis Wittenberg als Bauträger und Besitzer der Immobilie steuerte ein Grußwort und eine Fünf-Euro-Gedenkmünze zur Zeitkapsel bei. Schulleiterin Anja Aichinger beteiligte sich mit einem Jahrbuch des Luther-Melanchthon-Gymnasiums. Der Deckel der Zeitkapsel von Schülern der Keramik-AG hergestellt. "Der trägt unser Wappen. Damit wurde die wappenschwere Aula nun um ein weiteres bereichert", erklärte Anja Aichinger.

Der Ministerpräsident schließlich legte die Ehrenmünze des Ministerpräsidenten in die Kiste, die fortan unter der Nordwestecke des Parketts der Aula ruhen wird. In dem prunkvollen Saal, der zur Zeit wie die gesamte Schule renoviert wird, laufen die Arbeiten mit Hochdruck, um die Bauarbeiten zum Jahresende abzuschließen.

Die Gesamt-Kosten der Renovierung waren ursprünglich mit rund 8,57 Millionen Euro berechnet worden, von denen 3,7 Millionen Euro durch Fördermittel gedeckt werden. Durch die steigenden Preise am Markt ist die Kostenschätzung des Architekturbüros mittlerweile auf 14,7 Millionen Euro angewachsen. Das Gebäude war 1886 bis 1888 unter der Regie von Franz Schwechten erbaut worden.
Mit der Ausführung der Planung ist das Architekturbüro Schwarz & Sturmat aus Halle beauftragt worden. In Zukunft werden 300 Schüler und Schülerinnen der Jahrgangsstufen 11 und 12 in den Räumlichkeiten unterrichtet werden.

Bei dem Gebäude gibt es einen außerordentlich hohen Fensteranteil in der Fassade, dabei wurde besonders Wert auf die energetische Verbesserung durch eine Dreifachverglasung bzw. den Einbau von Kastenfenstern mit einem geringen Wärmedurchgangskoeffizienten gelegt. Die bauzeitlichen Fenster im Bereich der Aula und teilweise im Flur, also auch die Außentüren und Vordächer werden aufgearbeitet oder nach historischer Form ergänzt.

Die Funktionsräume wie Klassenräume, Lehrerzimmer, Büros und WC-Anlagen werden von Grund auf modernisiert. Es werden 14 unterschiedlich große Fach- und allgemeine Unterrichtsräume mit Vorbereitungsräumen im Gebäude Platz finden.

Die notwendigen Brandabschnitte werden durch grazile, moderne Ganzglaselemente gegliedert. Die Innentüren werden aufgearbeitet und brandschutztechnisch angepasst. Die Aula wird in ihrer Bestandsstruktur belassen. Allerdings werden die sichtbaren Holzkonstruktionen der Decke und Wand, welche durch Holzschädlinge in Mitleidenschaft gezogen wurden, ausgetauscht oder aufgearbeitet.
Die eigentliche energetische Verbesserung wird durch den Einsatz einer neuen Heizungsanlage und der Zwangslüftung mit Wärmerückgewinnung erreicht. Sämtliche technische Installationen im Gebäude (Strom, Wasser, Datennetz etc.) werden erneuert.

Die neue Heizzentrale wird im Bereich der Turnhalle Platz finden und wird sowohl die Turnhalle als auch das Schulgebäude mit Wärme versorgen. Die Außenanlagen sind in Anlehnung einer parkähnlichen Gestaltung errichtet worden und sollen den ursprünglichen Charakter wieder erhalten. Im hinteren Bereich des Grundstücks sind die Parkplätze für Lehrer und Schüler angeordnet sowie eine zusätzliche Zufahrt zum Grundstück. Da die Haupterschließung des Schulgebäudes hofseitig erfolgt, werden auch die Fahrradstellplätze hier angeordnet.