Kulturlandschaft und Naturschutz im Landkreis Wittenberg

Attraktive Kultur-. und Naturräume

Wenn es dem Landkreis Wittenberg an einem nicht mangelt, dann sind es die attraktiven Natur- und Kulturlandschaften, die nahezu den gesamten Landkreis abdecken. Das IREK sieht Land- und Forstwirtschaft in Verbindung mit dem Naturschutz als wichtigen Wirtschaftszweig an. Eine große Herausforderung für alle ist der Klimawandel. Sinkende Grundwasserspiegel durch vermehrte Trockenheitsperioden und der Rückgang der Artenvielfalt stellen Risiken für Landwirtschaft, Wasserversorgung und Artenvielfalt nicht nur in den Schutzgebieten dar. 

Kontinuierlichen Waldsanierung

Mit fast 40 % der Landkreisfläche hat der Landkreis Wittenberg einen sehr hohen Waldanteil – der zweithöchste im Land Sachsen-Anhalt nach dem Harz. Knapp die Hälfte der sonstigen Flächen wird landwirtschaftlich genutzt.

Besonders die Wälder haben in zunehmendem Maße mit den Folgen des Klimawandels zu kämpfen. „Die enormen Waldschäden durch Trockenheit, Hitze und Insekten machen uns große Sorgen“ meint Frank Ackermann, früherer Vorsitzender des Forstbeirates des Landkreises Wittenberg. „Wir brauchen hier eine großräumige Schadensbeseitigung.“ Etwa 5.000 Hektar müssten demnach mit Wirtschafts- und Bürgergeld sowie Zuschüssen wieder aufgeforstet werden. Im Entwurf des IREK findet sich das Ziel einer „kontinuierlichen Waldsanierung“, eingeschlossen die Unterstützung des Waldumbaus, ein Flächenkataster für die Schadenserfassung und ein Aufforstungsprogramm.

Integriertes Wassermanagementkonzept

Mit Projekten wie dem „Integrierten Wassermanagementkonzept” und einem damit verbundenen Aktionsplan soll das Wasser länger in Wäldern, Feldern und Schutzgebieten gehalten, Wasserrechte verbindlich geregelt und letztlich der Grundwasserspiegel stabilisiert werden. Auch die Umsetzung der mittel- und langfristigen Hochwasserschutz-Maßnahmen sollen durch den Landkreis mit forciert werden. Damit verknüpft sind Zielstellungen im IREK, die auf die Stärkung der landschaftsprägenden Wirtschaftszweige gerichtet sind. Die Einbindung in bioökonomische Wertschöpfungsketten, die Produkte auf Erdölbasis durch nachwachsende Rohstoffe ersetzt, trägt dazu ebenso bei wie die Wertschätzung der tierhaltenden Landwirtschaft mit Beweidungskonzepten. 

Naturschutz

„Biodiversitätsförderung ist nicht nur in den Schutzgebieten, sondern auf der gesamten Fläche und auch in den Siedlungen notwendig“ , so Dr. Gerhard Pfeiffer, einer der Sprecher des Naturschutzbeirates. Hier beinhalten die Entwicklungspläne für die Naturparke Fläming und Dübener Heide mit Projekten wie „Blühender Fläming“ und „Naturnahe Heidegärten“ bereits gute und ausbaubare Ansätze.

Hier liegt auch die Schnittstelle zur innerörtlichen Siedlungsentwicklung. Mehr Grün in Freiräumen und Gärten, an Fassaden und auf Dächern zu etablieren, ist von Bürgern wie Kommunen im Zusammenspiel anzugehen. Es verbessert des Siedlungsklima und mindert die Hitzebelastung in Zeiten des Klimawandels.

Runder Tisch

Die Umsetzung dieser Ziele und Maßnahmen soll nicht allein von einzelnen Akteursgruppen angegangen werden. Vorgeschlagen wird ein Runder Tisch oder ein Beirat Kulturlandschaftsentwicklung. In diesem finden sich Vertreter der Land- und Forstwirtschaft, der Naturparke, des Naturschutzes und der Kommunen.

Die neue Plattform soll sich für ein umfassendes Wassermanagement, für eine kontinuierliche Waldsanierung sowie eine flächendeckende Biodiversitätsförderung einsetzen.

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