Schulsozialarbeit - ein wichtiger Anker bei sozialen Problemlagen

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Der aktuelle Datenbericht des Bildungsmonitorings zu den Themen Gewalt, Mobbing und Suchtprävention an den Schulen des Landkreises Wittenberg zeigt umfangreich, welche sozialen Problemlagen existieren, welche Netzwerke eine Schlüsselrolle spielen und wo die größten Bedarfe liegen.

Ein paar Zahlen und Fakten:

Ca. 35 % der Grundschulen sehen bei Beleidigung/Beschimpfungen, 23 % bei der absichtlichen Körperverletzung die stärksten Problemlagen und 25 % sehen bei stoffungebundenen Drogen wie Mediennutzung (z.B. Spiele) die größten Suchtprobleme.

Ca. 67 % der Sekundar- und Gemeinschaftsschulen schätzen Beleidigung/Beschimpfungen und Cybermobbing als die größten Problemlagen, 33 % der Sekundar- und Gemeinschaftsschulen sehen eine hohe Sucht- und Drogenproblematik, dabei schätzen 89 % stoffungebundene Drogen wie Mediennutzung problematisch ein, ca. 56 % erachten legale Drogen wie Tabak und Alkohol und 33 % illegale Drogen als problematisch ein.

Schwerpunkte an den Gymnasien und Gesamtschulen sind stoffungebundene Drogen wie Mediennutzung und legale Drogen, wie Tabak und Alkohol und Cybermobbing bei psychischer Gewalt.

An unseren Förderschulen des Landkreises stehen die Medikamente und stoffungebundenen Drogen wie Mediennutzung im Vordergrund, sowie Beleidigung/Beschimpfung bei psychischer Gewalt.

Einige Partner sind an unseren Schulen tätig, um präventiv und auch in Krisensituation schnell zu unterstützen. Für 80 % der befragten Schulen steht die Polizei an erster Stelle, gefolgt von pädagogischen Mitarbeitern (72 %) und Schulsozialarbeitern (70%). Dabei ist herauszustellen, dass nahezu alle 32 mit Schulsozialarbeit versorgten Schulen die Schulsozialarbeit als wichtigen Partner ansehen. Zusätzlich sind u.a. die Beratungsstelle ENTER und die Erziehungs- und Familienberatungsstelle benannt worden.

Über alle an der Befragung beteiligten Schulen sind im Schuljahr 2018/19   128 Projekte zur Gewalt- und Mobbing und Suchtprävention durchgeführt worden. 3.700 Schüler*innen konnten mit Projekten zu Gewalt- und Mobbingprävention und ca. 2.700 Schüler*innen mit Projekten zur Suchtprävention erreicht werden.

Die größten Unterstützungsbedarfe seitens der Schulen sind: der Erhalt, Ausbau und Stärkung der Schulsozialarbeit, Anti-Gewalt-Trainings / Antiagressionsprojekte für Schüler, finanzielle Ressourcen zur Anschaffung von Materialien und zur Initiierung von Projekten, Projekte zum Thema Cybermobbing und die Unterstützung durch die Verwaltung und Politik.

Unterstützungsbedarfe zur Suchtprävention ist der Ausbau der Elternarbeit, Förderung frühzeitiger und unterrichtsbegleitender Projekte, Fortbildungen für Lehrkräfte, Aufklärung zum Thema Sucht und finanzielle Ressourcen.

Die Bedarfslagen zeigen wie wichtig eine kontinuierliche Arbeit an unseren Schulen notwendig ist und immer wieder an den aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen angepasst werden muss.

Eine gute Netzwerkarbeit ist dafür entscheidend.

Die Verstetigung von Schulsozialarbeit nimmt dabei eine wesentliche Schlüsselrolle ein!