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Im Rahmen einer Fördermaßnahme wird ab 1.März eine Konzeption zu Fragen des Schutzes und des Managements des Elbebibers im Landkreis Wittenberg erarbeitet werden. Zudem soll die Umsetzung praktischer Schutzmaßnahmen für den und vor dem Biber Gegenstand des Projektes sein. Durch intensive Öffentlichkeitsarbeit zum Biber und den Projektinhalten soll die Akzeptanz für diese bedrohte Tierart verbessert werden.
Der Landkreis Wittenberg bietet aufgrund seiner großflächigen Flussauen und zahlreichen Kleingewässer geeignete Lebensräume für den Elbebiber (Castor fiber albicus), der im Bereich der mittleren Elbe im heutigen Sachsen-Anhalt sein autochthones Verbreitungsgebiet besitzt. Für das Land leitet sich durch den nationalen und europäischen Schutzstatus der Art eine be-sondere Verantwortung für den Erhalt dieser Unterart des Bibers ab. Der Erfolg intensiver Schutzmaßnahmen in Sachsen-Anhalt in den vergangenen Jahrzehnten zeigt sich sowohl in seiner positiven Bestandsentwicklung als auch in der Erschließung neuer Areale. Inzwischen ist der Landkreis Wittenberg der Landkreis mit der größten Anzahl von Biberansiedlungen in Sachsen-Anhalt. In diesem Zusammenhang ergibt sich eine Häufung von Konflikten zwischen den Aktivitäten des Bibers und anderen Zielen des Naturschutzes wie Lebensraumansprüchen anderer Tier- und Pflanzenarten oder Gehölzschutz, aber auch zu den Nutzungsansprüchen des Menschen.
Das Planungsbüro RANA – Büro für Ökologie und Naturschutz Frank Meyer ist vom Landkreis im Ergebnis einer Ausschreibung damit beauftragt worden, diesen Plan als stark anwendungsbezogene Arbeitsgrundlage für die Untere Naturschutzbehörde zu erarbeiten.
Aufgrund der Größe des Kreisgebietes sowie der Vielzahl von Biberansiedlungen ist vorgesehen, den Landkreis auf Grundlage der Landschaftsgliederung in die drei Teilgebiete TG 1 Roß-lau-Wittenberger Vorfläming, TG 2 Einzugsgebiet der Schwarzen Elster sowie TG 3 Dübener Heide mit den je angrenzenden Flächen der Elbaue zu untergliedern und diese in aufeinander folgenden Zeiträumen zu bearbeiten.
Folgende Ergebnisse sollen nach Abschluss des Vorhabens vorliegen:
1. eine aktuelle Bewertung des Erhaltungszustandes des Bestandes
2. Formulierungen zu Schutzzielen für die FFH-Gebiete mit Vorkommen des Elbebibers
3. Fachplanungen für die Umsetzung von Maßnahmen zur Verbesserung des Lebensraumes für den Elbebiber
4. revierbezogene Managementempfehlungen zum Umgang mit Konflikten
5.eine digitale Datenbank
6 eine landeseigene Broschüre zum Umgang mit Biberkonflikten
7. Modellhaft umgesetzte Maßnahmen zur Verbesserung des Biberlebensraumes.
Träger des Modellprojektes ist der Landkreis Wittenberg. Die vergebenen Arbeiten sollen von einer Projekt begleitenden Arbeitsgruppe gesteuert werden. Neben dem Biosphärenreservat „Mittelelbe“, dem Arbeitskreis Biberschutz, dem Landesamt für Umweltschutz und dem Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft gehören der Arbeitsgruppe u.a. die Unterhaltungsverbände im Landkreis, die Naturparke Fläming und Dübener Heide sowie Fachberater und Biberbetreuer an. Der Landkreis wird auf einer Internetplattform über den Fortgang des Projektes informieren.
Das Vorhaben wird im Rahmen des Entwicklungsprogramms für den ländlichen Raum (EPLR) des Landes Sachsen-Anhalt gefördert und gemeinsam von der Europäischen Union, der Bundesrepublik Deutschland und dem Land Sachsen-Anhalt finanziert. Der Europäische Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) beteiligt sich im Rahmen dieses Programms mit bis zu 75 v. H. an den förderfähigen öffentlichen Ausgaben.
http://www.landkreis-wittenberg.de erstellt am 05.02.2010 (17:39 Uhr)
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