Luther Melanchthon Gymnasium - Sanierung Haus Melanchthon und Turnhalle

Haus Melachthon Fassade zur Neustraße

Schulgebäude

Das repräsentative Schulgebäude wurde nach der Entfestigung Wittenbergs unmittelbar an den ehemaligen Wallanlagen in den Jahren 1886 bis 1888 erbaut. Der Entwurf stammt von Franz Schwechten, einem der gefragtesten  Architekten der Kaiserzeit (u.a. Anhalter Bahnhof Berlin, Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche Berlin, Mausoleum Dessau, Landratsamt und Bahnhof Lutherstadt Wittenberg).

Die zwei Hauptflügel des dreigeschossigen Klinkerbaus mit einem hochgelegenen Souterrain und einem unausgebauten Dachgeschoss erschließen sich über das mittig gelegene Treppenhaus. Die äußere Gestaltung folgt der bauzeitlichen Fassung ohne Außendämmung. Nur in wenigen Bereichen ist eine Innenwanddämmung vorgesehen. Die Klinker werden saniert, gereinigt und neu verfugt. Auf Grund des außerordentlich hohen Fensteranteils der Fassade wird bei der Sanierung auf die energetische Verbesserung durch eine Dreifachverglasung bzw. einen  Einbau von Kastenfenstern mit einem geringen Wärmedurchgangskoeffizienten besonderer Wert gelegt. Die Fenster im Aula- und teilweise im Flurbereich sowie die Außentüren und Vordächer werden aufgearbeitet oder nach historischer Form ergänzt. Das Dach erhält wieder eine Schieferdeckung und wird um zwei Gauben  ergänzt, um die notwendigen Öffnungen für die neue Lüftungsanlage zu erhalten. Das Dachgeschoss wird in der Kehlbalkenebene und über alle funktionalen Bereiche des zweiten Obergeschosses gedämmt. Unter der Kehlbalkenebene befindet sich nach der Sanierung der neue Technikbereich der Lüftungsanlage und die Heizungsverteilung. Die Bodenplatte wird komplett erneuert und erhält einen neuen Aufbau mit Dämmung.

Funktionsräume wie Klassenräume, Lehrerzimmer, Büros und WC-Anlagen werden modernisiert. Es werden 14 große (54 bzw. 60 m²) Fach- und allgemeine Unterrichtsräume mit Vorbereitungsräumen im Gebäude Platz finden.

Die Flurbereiche bleiben in ihrer Originalgröße und Form bestehen. Die notwendigen Brandabschnitte werden durch grazile, moderne Glaselemente gegliedert. Die Innentüren werden aufgearbeitet und brandschutztechnisch angepasst. Die Aula wird in ihrer Bestandsstruktur belassen. Allerdings werden die sichtbaren Holzkonstruktionen der Decke und Wand, welche durch Holzschädlinge in Mitleidenschaft gezogen wurden, ausgetauscht bzw. aufgearbeitet.

Die eigentliche energetische Verbesserung wird durch den Einsatz einer neuen Heizungsanlage und der Zwangslüftung mit Wärmerückgewinnung erreicht. Sämtliche technische Installationen im Gebäude (Strom, Wasser, Datennetz etc.) werden erneuert.

Zur barrierefreien Erschließung erfolgt der Einbau eines Aufzuges und eines Behinderten-WC.  Außerdem wurde in der Planung auf eine kontrastreiche und taktile Gestaltung geachtet. Die akustischen Maßnahmen an Wand- und Deckenbereichen sind nicht nur der allgemeinen Verbesserung des Standards dienlich, sondern wirken sich positiv auf Menschen mit Hörbehinderung aus.

Mit der Planung der Sanierung ist das Architekturbüro Schwarz & Sturmat aus Halle beauftragt.

Nach Fertigstellung werden 300 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 11 und 12 in den Räumlichkeiten beschult werden.

Turnhalle

Die neue Heizzentrale wird im Bereich der Turnhalle Platz finden und sowohl die Turnhalle als auch das Schulgebäude mit Wärme versorgen. Für die Turnhalle sieht die energetische und grundhafte Sanierung in Beachtung der denkmalpflegerischen Belange folgende Maßnahmen vor: 

  • Die Außenwände werden mit einer Dämmung auf der Innenseite bis zum Niveau des Fußbodens versehen.
  • Die Fenster und Türen werden zum größten Teil erneuert, so dass die thermische Hülle optimaler gestaltet ist.
  • Der obere thermische Abschluss der Turnhalle erfolgt über die Decke.
  • Ebenso muss die Deckenkonstruktion statisch ertüchtigt werden.
  • Sämtliche technische Installationen werden erneuert.
  • vollständige barrierefreie Erschließung in dem eingeschossigen Baukörper vorgesehen.

Außenanlagen

Die Außenanlagen sind nicht Gegenstand des Förderantrages, lediglich die technischen Anlagen finden Berücksichtigung.Die Außenanlagen sind in Anlehnung einer parkähnlichen Gestaltung errichtet worden und sollen den ursprünglichen Charakter wieder erhalten. Im hinteren Bereich des Grundstücks sind die Parkplätze für Lehrer und Schüler angeordnet sowie eine zusätzliche Zufahrt zum Grundstück. Da die Haupterschließung des Schulgebäudes hofseitig erfolgt, werden auch die Fahrradstellplätze hier angeordnet.

Zeitplan

  • Planung 04.2017 bis 30.12.2020
  • Genehmigungsplanung 02.07.2018 bis 10.08.2018
  • Ausführungsplanung 13.08.2018 bis 28.12.2018
  • Vorbereitung der Vergabe   05.11.2018 bis 01.03.2019
  • Vergabe  04.03.2019 bis 25.04.2019
  • Baudurchführung 29.04.2019 bis 30.12.2020

Kosten

Gesamtkosten aller Maßnahmen belaufen sich auf 8.569.957,80 € (davon 3.704.471,65 € Förderung).

Programm STARK III plus EFRE – EU-Zuschuss in Höhe von 70% Anteil energ. Sanierung und Landesmittelzuschuss 10% der förderfähigen Ausgaben für die allgemeine Sanierung (max. 600.000€)

© Ronald Gauert E-Mail

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